“Löwen werden erniedrigt”

Die Löwennummer im Circus Royal scheint der Auslöser für den Vandalismus zu sein.
Die Löwennummer im Circus Royal scheint der Auslöser für den Vandalismus zu sein. © Andrea Stalder
Der Circus Royal gastiert zurzeit in der Ostschweiz. Daran haben nicht alle Freude. Vor allem die Tierschützer erheben schwere Vorwürfe: Die Löwennummer verletze die Tierwürde. Deshalb hat die Stiftung für das Tier im Recht eine Strafanzeige wegen Tierquälerei erstattet.

“Die Löwen, die im Circus Royal auftreten, werden zu artwidrigen und entwürdigenden Verhaltensweisen gezwungen”, schreibt die Stiftung für das Tier im Recht. In der Löwennummer werde die Machtposition des Menschen über wilde Tiere demonstriert, heisst es weiter. Durch Provokation mit Peitsche und Stock würden sie aggressiv gemacht, andererseits: “werden sie durch Tätscheln und Kraulen zu willenlosen Kuscheltieren degradiert.”

Die Vorwürfe gegen den Circus Royal wiegen schwer. Raubtiere würden zu Spassmachern, das Mensch-Tier-Verhältniss durch diese Art von Vorführungen gestört. “Die Löwennummer des Circus Royal missachtet in massiver Weise den Eigenwert betroffener Löwen.” Deshalb habe die Stiftung entschieden, Strafanzeige wegen Tierquälerei bei der Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen zu erstatten.

Die Stiftung schreibt, dass die Löwen nicht direkt Schmerzen oder Leiden ausgesetzt sind, sondern durch ihre Auftritte erniedrigt und zu unrecht belastet werden. Mit der Strafanzeige möchten sie ein Exempel setzen. In grundsätzlich jeder Manege, in der Wildtiere zu sehen sind, werde die Tierwürde verletzt. Deshalb hat die Stiftung bereits anfangs dieses Jahres eine Petition für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus lanciert.

Die St.Galler Staatsanwaltschaft bestätigt, die Anzeige erhalten zu haben. Sie wird sie prüfen und allenfalls Ermittlungen in die Wege leiten.

Die Circus-Royal-Leitung wird am Nachmittag zu den Vorwürfen Stellung nehmen.

(abl)


Newsletter abonnieren
1Kommentar
noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel