ZSC, Bern, Fribourg und Lugano weiter, Zug und Davos ausgeschieden

Fribourg-Gottéron freute sich über den klaren Heimsieg
Fribourg-Gottéron freute sich über den klaren Heimsieg © KEYSTONE/EPA KEYSTONE/MARCEL BIERI
Die ZSC Lions, Bern, Fribourg und Lugano qualifizieren sich für die Achtelfinals der Champions Hockey League. Der EV Zug und Davos scheitern.

Die Schweizer Schwergewichte ZSC Lions (in Wolfsburg) und SC Bern hatten (in Salzburg) mit 4:1-Auswärtssiegen bereits im Hinspiel die Türe zu den Achtelfinals weit aufgestossen. Beide liessen sich zuhause die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Der SCB lag gegen die vom grossen Getränkehersteller alimentierten Österreicher nie im Rückstand und kontrollierte das Geschehen weitgehend problemlos. Nach einem 1:1 im ersten Drittel brachten Tristan Scherwey und Ryan Lasch die Berner mit einem Doppelschlag in den ersten vier Minuten des mittleren Abschnitts 3:1 in Führung. Unkonzentriertheiten und individuelle Fehler wie ein Gegentreffer in Überzahl kosteten das Team von Kari Jalonen am Ende den Sieg, gefährdeten die Qualifikation für die Achtelfinals (gegen JYP Jyväskylä aus Finnland) aber nicht.

Die ZSC Lions leisteten sich einen Fehlstart und gerieten im ersten Drittel 0:1 ins Hintertreffen. Chris Baltisberger, in doppelter Überzahl, und Patrick Thoresen wendeten das Blatt im zweiten Abschnitt. Am Ende wurden die Grizzlys aus Wolfsburg müde und es resultierte im Hallenstadion ein nie gefährdeter 5:2-Sieg der Zürcher.

Im Achtelfinal kommt es zum Schweizer Duell der Lions gegen den HC Lugano. Die Tessiner spielten nach dem 4:1-Sieg im Heimspiel in Pilsen 3:3 unentschieden. Lugano geriet nie ernsthaft in Gefahr, die Dreitore-Reserve aus dem Hinspiel noch preiszugeben. Pilsen, das in der tschechischen Extraliga nur an drittletzter Stelle liegt, führte nur gerade 116 Sekunden mit 1:0, das 3:3 gelang erst neun Sekunden vor Schluss.

Der überraschendste Achtelfinalist ist Fribourg-Gottéron. Das Schlusslicht der NLA, bei dem Greg Mauldin sein Comeback gab, setzte sich gegen den slowakischen Meister Kosice nach dem 1:1 im Hinspiel zuhause 4:1 durch. Chris Rivera und Lorenz Kienzle brachten die Freiburger zweimal in Führung, ehe Yannick Rathgeb und der überragende Roman Cervenka zu Beginn des Schlussdrittels mit zwei Toren innerhalb von 36 Sekunden vom 2:1 zum 4:1 für eine Vorentscheidung sorgten. Im Achtelfinal trifft Fribourg auf die Finnen aus Kuopio.

Nahe an einer kleinen Sensation schrammte der HC Davos vorbei. Bis zur 47. Minuten holten die Bündner in Linköping durch Andres Ambühl, Marc Wieser und Robert Kousal den 4:7-Rückstand aus dem Heimspiel auf. Dann aber bremste Niclas Bergfors, mit 173 NHL- und 228 KHL-Spielen der erfahrenste im Team des letztjährigen Dritten der schwedischen SHL, mit dem 1:3 den Schwung des HCD. Nach dem 2:3 gut vier Minuten vor Schluss war das diesjährige Champions-League-Abenteuer des letztjährigen Halbfinalisten praktisch beendet.

Lange gegen das Ausscheiden stemmte sich auch der EV Zug nach dem blamablen 0:4 in Berlin. Die Zentralschweizer lagen bis zur 49. Minute dank eines Treffers von Dominic Lammer in Führung, ehe die Eisbären mit dem Ausgleich die Hoffnungen knickten. Das 1:2 fiel dann noch, als Zug Goalie Tobias Stephan in einem Verzweiflungsakt bereits sechs Minuten vor Schluss aus dem Kasten nahm. Der EVZ fand gegen die soliden Berliner, die in der DEL nur auf Platz 8 liegen, kein Mittel.

Mit vier Teams in den Achtelfinals ist die Schweiz so erfolgreich wie noch nie in der Champions Hockey League. Sie ist damit auf gleicher Höhe wie die europäischen Dominatoren Schweden und Finnland, die ebenfalls vier Achtelfinalisten stellen. Die restlichen Mannschaften kommen aus Tschechien (3) und Deutschland (1).

ZSC Lions – Wolfsburg 5:2 (0:1, 2:0, 3:1). – 3067 Zuschauer. – SR Nikolic/Kurmann (AUT/SUI), Borga/Progin (SUI). – Tore: 8. Likens (Mulock, Vogl) 0:1. 34. Chris Baltisberger (Schäppi, Shannon/Ausschlüsse Furchner, Fauser) 1:1. 39. Thoresen (Chris Baltisberger, Shannon) 2:1. 42. Phil Baltisberger 3:1. 45. Fauser (Pfohl/Ausschluss Phil Baltisberger) 3:2. 51. Suter (Ausschluss Guerra!) 4:2. 53. Herzog (Suter) 5:2. – Strafen: 3mal 2 Minuten gegen ZSC, 4mal 2 Minuten gegen Wolfsburg.

Bern – Salzburg 3:3 (1:1, 2:2, 0:0). – 13’696 Zuschauer. – SR Haupt (GER)/Wehrli, Kovacs/Wüst. – Tore: 6. Plüss 1:0. 15. Hochkofler 1:1. 23. Scherwey (Untersander) 2:1. 25. Lasch (Scherwey, Berger/Ausschluss Welser) 3:1. 27. Raffl (Pallestrang, Duncan) 3:2. 36. Duncan (Ausschluss Trattnig!) 3:3. – Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Bern, 2mal 2 plus 5 Minuten (Welser) plus Spieldauer (Welser) gegen Salzburg.

Zug – Eisbären Berlin 1:2 (0:0, 1:0, 0:2). – 4692 Zuschauer. – SR Prazak/Koch (CZE/SUI), Castelli, Kaderli (SUI). – Tore: 27. Lammer (Grossmann/Ausschluss Jahnke) 1:0. 49. Rankel (Wilson) 1:1. 56. Olver (Hördler) 1:2 (ohne Goalie). – Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Zug, 6mal 2 Minuten gegen Berlin.

Pilsen – Lugano 3:3 (1:1, 1:1, 1:1). – 2065 Zuschauer. – SR Brill/Hodek (GER/CZE), Brejcha/Suchanek (CZE). – Tore: 8. Lev (Kracik) 1:0. 10. Zackrisson (Sartori, Martensson) 1:1. 27. Hofmann (Ulmer) 1:2. 31. Kodytek (Pulpan) 2:2. 48. Sannitz (Gardner, Bertaggia) 2:3. 60. (59:51) Svoboda (Ceresnak) 3:3. – Strafen: 6mal 2 plus 10 Minuten gegen Pilsen, 8mal 2 Minuten gegen Lugano.

Fribourg-Gottéron – Kosice 4:1 (1:0, 1:1, 2:0). – 1610 Zuschauer. – SR Brännare/Eichmann (FIN/SUI), Fluri/Obwegeser (SUI). – Tore: 9. Rivera (Rathgeb) 1:0. 28. Mily 1:1. 32. Kienzle (Mottet/Ausschluss Vasicek) 2:1. 41. (40:39) Rathgeb (Cervenka) 3:1. 42. (41:15) Cervenka (Sprunger) 4:1. – Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Fribourg, 6mal 2 Minuten Kosice.

Linköping – Davos 2:3 (0:2, 0:0, 2:1). 2500 Zuschauer. – SR Boman/Persson (FIN/SWE), Dahmen, Malmqvist (SWE). – Tore: 6. Ambühl (Kousal) 0:1. 9. Marc Wieser 0:2. 47. Kousal (Forster, Ambühl/Ausschluss Little) 0:3. 50. Bergfors Lundgren, Nakyva/Strafe angezeigt) 1:3. 56. Little (Nakyva, Larsson) 2:3. – Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Linköping, 3mal 2 Minuten gegen Davos.

Achtelfinal-Tableau (1./8. November): Liberec (CZE) – Vitkovice Ostrava (CZE), KalPa Kuopio (FIN) – Fribourg-Gottéron, Frölunda Göteborg (SWE) – Eisbären Berlin, Linköping (SWE) – IFK Helsinki, ZSC Lions – Lugano, SaiPa Lappeenranta (FIN) – Växjö Lakers (SWE), Sparta Prag – HV71 Jönköping (SWE), JYP Jyväskylä (FIN) – Bern.

(SDA)


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