Lugano zwingt Köniz erst nach 110 Minuten in die Knie

Luganos Patrick Rossini (links) taucht vor dem Könizer Goalie Moser auf
Luganos Patrick Rossini (links) taucht vor dem Könizer Goalie Moser auf © Keystone/TI-PRESS/GABRIELE PUTZU
Mit grosser Mühe wendet Lugano eine Sensation im Schweizer Cup ab. Die Tessiner besiegen im Viertelfinal das drittklassige Köniz 2:0 nach Verlängerung. Das 1:0 von Crnigoj fällt erst nach 110 Minuten.

Es fehlte nicht sehr viel, und Köniz, der Zehnte der Promotion League, wäre in die Halbfinals eingezogen. Die bislang letzte drittklassige Mannschaft unter den letzten vier im Cupwettbewerb war Red Star Zürich (unter Trainer Uli Forte) aus der damaligen 1. Liga in der Saison 1998/99.

So aber stehen nun die Luganesi erstmals seit 16 Jahren in den Halbfinals. Sie können weiter an den vierten Cupsieg nach 1931, 1968 und 1993 denken. Der Match zwischen dem Grossen und dem Kleinen, der mit dem 3:1-Sieg über GC Aufsehen erregt hatte, stand nach 90 Minuten torlos. Erst in der Verlängerung kamen die hochfavorisierten Tessiner zu einer ganzen Reihe erstklassiger Chancen, mit denen sie hätten in Führung gehen und sich absetzen müssen. Den Unterschied machten schliesslich zwei schöne Einzelleistungen aus, die erste durch Domen Crnigoj vorgeführt, die zweite durch den eingewechselten Anastasios Donis nach 116 Minuten.

In der Promotion League ist der FC Köniz am Darben. Trotz eines guten Saisonstarts belegt er nur den 10. Platz mit vier Punkten Rückstand auf den Neunten, Sion II. Aber der Cup scheint für die Mannschaft aus dem grossen Berner Vorort, der zwölftgrössten Gemeinde der Schweiz, eine ganz andere Sache zu sein. Nach dem Coup gegen die grossen Grasshoppers verlangte das Team von Trainer Bernard Pulver, dem langjährigen Torhüter der Young Boys, auch den Luganesi alles ab. Ausgerechnet den Luganesi, die doch drei ihrer letzten vier Meisterschaftsspiele überzeugend gewonnen hatten (3:1 gegen St. Gallen, 3:0 gegen Sion, 4:1 gegen GC).

Zu den besten Spielern der Berner gehörten die Super-League-erfahrenen Miguel Portillo und Jiri Koubsky, die zusammen die Innenverteidigung bilden. Sie hielten die Defensive so gut zusammen, dass die Luganesi praktisch nie Lücken und Räume fanden. So entwickelte sich ein wenig spektakuläres Spiel mit wenig nennenswerten Torszenen.

In den Offensive zeigten sich die Könizer verschiedene Male, am auffälligsten in der 28. Minute, als der aufgerückte Portillo von knapp innerhalb des Strafraums die Latte traf. Diese Szene schien die Tessiner zu wecken, denn kurze Zeit später hatten sie bei guten Chancen von Patrick Rossini und Mattia Bottani ihre besten Momente.

Aus Könizer Sicht war zu befürchten, dass Lugano den Druck nach der Pause aufrechterhalten und auf das Führungstor drängen würde, aber es kam ganz anders. Köniz hatte keine ersichtliche Mühe, die Bemühungen der Tessiner abzublocken. So war denn wenig davon zusehen, dass die beiden Mannschaften in der derzeitigen Schweizer Rangordnung durch 23 Plätze getrennt sind.

Lugano – Köniz 2:0 (0:0, 0:0) nach Verlängerung

1849 Zuschauer. – SR Pache. – Tore: 110. Crnigoj 1:0. 116. Donis 2:0.

Lugano: Valentini; Veseli, Datkovic, Urbano, Jozinovic; Crnigoj, Rey, Sabbatini; Culina (96. Josipovic), Rossini (60. Donis), Bottani (54. Tosetti).

Köniz: Moser; Pfründer, Portillo, Koubsky, Carrasco; Balvis (46. Colic), Rebronja; Cigic (104. Mallia), Schubert, Wellington (90. Kisa); Osmani.

Bemerkungen: Lugano ohne Djuric, Piccinocchi (beide verletzt), Markaj, Milosavljevic und Susnjar (alle nicht im Aufgebot). Köniz ohne Miani (gesperrt), Tugal, Demolli und Schindler (alle verletzt). Culina verletzt ausgeschieden. Lattenschuss: 26. Portillo. Verwarnungen: 20. Crnigoj (Foul), 28. Schubert (Foul), 49. Colic (Foul), 67. Urbano (Foul), 71. Rebronja (Foul).

(SI)


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