Luganos Kampf gegen und mit sich selber

Solche Bilder wünschen sich die Spieler des FC Lugano nicht nur wie hier in der Europa League, sondern auch in der Meisterschaft
Solche Bilder wünschen sich die Spieler des FC Lugano nicht nur wie hier in der Europa League, sondern auch in der Meisterschaft © KEYSTONE/URS FLUEELER
Für Lugano geht es nach dem 3:2 in der Europa League gegen Viktoria Pilsen darum, den Schwung in die Meisterschaft mitzunehmen. Die Partie in Sitten ist eine von dreien vom Sonntagnachmittag.

Eine Trendwende Luganos ist dringend notwendig, wenn die letztklassierten Tessiner den Anschluss nicht verlieren wollen. Vor dem Erfolg im dritten Gruppenspiel hatte es, vom knappen 1:0-Sieg gegen Köniz im Cup abgesehen, in sieben Pflichtspielen lauter Niederlagen abgesetzt. «Wir wussten nicht mehr, wie es sich anfühlt zu gewinnen», sagte Goalie David Da Costa am Donnerstag.

Nun gilt es im Auswärtsspiel gegen Sion, den Negativtrend auch in der Super League zu beenden. Auf nationaler Ebene umfasst die Niederlagenserie bei einem Torverhältnis von 1:15 fünf Partien. Das letzte Erfolgserlebnis vom 26. August war das 4:1 gegen Thun. Luganos Spieler gaben zu, die Situation unterschätzt zu haben. «Wir waren letzte Saison verwöhnt», so Davide Mariani. «Da vergisst du schnell einmal, dass du dafür hart arbeiten musst.»

Nun glauben die Luganesi an den Ketchup-Effekt. Sie zeigten, wie die Wende zum Guten laut Mariani gelingen könnte: mit Wille, Leidenschaft und dem Team-Gedanken.

Gegner Sion, der das letzte von vier aufeinanderfolgenden Heimspielen (nur ein Punkt gegen Lausanne-Sport) bestreitet, hat derzeit andere Probleme. Präsident Christian Constantin kämpft nach der 14-monatigen Sperre durch die Disziplinarkommission der Liga und die Busse von 100’000 Franken an allen Fronten gegen die Konsequenzen. Nun hat er sich mit den Medien angelegt.

In einem Rundumschlag verurteilte er die beeinflussende Berichterstattung durch die Deutschschweizer Medien, vor allem durch den «Blick». Gegen die Journalisten der Walliser Zeitung «Le Nouvelliste» verhängte Constantin eine «silenzio stampa», zudem ist ihnen der Besuch und die Beobachtung der Trainings bis auf Weiteres untersagt. Grund dafür sind negative Kommentare durch den Chefredaktor des «Nouvelliste», der in mehreren Zeitungsartikeln den Führungsstil des Patrons bemängelte.

Punktezuwachs wäre auch bei Sion vonnöten. Nach der Partie gegen das Schlusslicht treffen die Walliser, die im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison fünf Zähler weniger auf dem Konto haben, hintereinander auf die Young Boys, Zürich, Basel und die Grasshoppers.

Luzerns Trainer Markus Babbel wirkt angesichts der ziemlich unangenehmen Situation nicht beunruhigt. Der FCL hat seit dem 2:0 in Sitten Anfang August in sieben Spielen nicht mehr gewonnen. Mit dem 1:1 bei GC vor Wochenfrist hat der FCL immerhin eine drei Partien umfassende Niederlagenserie gestoppt. Die Wende zum Guten war das aber nicht.

«Ich sagte schon im Sommer, dass es holprig werden kann», so Babbel. Noch ist es ruhig in Luzern. Beobachter gehen aber davon aus, dass eine weitere Niederlage am Sonntag gegen Leader YB für negative Dynamik sorgen könnte.

Ganz offensichtlich gefangen hat sich der FC St. Gallen. Das Team von Giorgio Contini gewann drei der letzten vier Spiele, einziger – dafür richtig heftiger – Aussetzer war das 1:6 im damaligen Spitzenkampf in Bern. Unterschätzen werden die Ostschweizer den Gegner aber nicht: Lausanne-Sport hat seine drei Saisonsiege in Basel, in Luzern und am letzten Wochenende gegen die Young Boys im Rahmen einer Serie von sechs Partien ohne Niederlage realisiert.

Rangliste: 1. Young Boys 11/23 (26:10). 2. Basel 12/21 (20:12). 3. Zürich 12/20 (15:10). 4. St. Gallen 11/18 (17:18). 5. Grasshoppers 12/17 (20:17). 6. Lausanne-Sport 11/13 (17:22). 7. Sion 11/12 (10:14). 8. Luzern 11/11 (14:19). 9. Thun 12/11 (19:24). 10. Lugano 11/8 (9:21).

(SDA)


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