Lustenauer IKEA keine Konkurrenz für Ostschweiz

Von Fabienne Engbers
Bis die Filiale in Lustenau tatsächlich eröffnet, wird es wohl noch Jahre dauern.
Bis die Filiale in Lustenau tatsächlich eröffnet, wird es wohl noch Jahre dauern. © (KEYSTONE/Martial Trezzini)
In Lustenau soll bald eine IKEA-Filiale eröffnen, die Kaufverträge könnten noch diese Woche unterzeichnet werden. Die Konkurrenz zur Filiale St.Gallen ist für IKEA Schweiz kein Problem, andere Möbelhersteller müssen aber um ihre Gewinne fürchten.

Auf rund 10’000 Quadratmetern soll die neue Filiale in Lustenau, direkt an der Grenze zwischen Österreich und der Schweiz gebaut werden. Rund 30 Minuten benötigt man für die Fahrt von St.Gallen nach Lustenau, die Rheintaler haben teilweise nur gerade zehn Minuten. Dass sich IKEA damit selbst konkurrenziert, das denkt Aurel Hosennen, Leiter Kommunikation, nicht. Im Oktober 2015 sagte er gegenüber FM1Today: «Wir wollen als Gesamtunternehmen erfolgreich sein, unabhängig wo der Kunde einkauft.»

Delta Möbel fürchtet sich nicht vor Konkurrenz

Nahe gelegene Möbelanbieter könnten aber unter der Neueröffnung einer IKEA-Filiale in Österreich leiden. Darunter ist beispielsweise die Firma Delta Möbel in Haag. Sie fürchtet sich jedoch nicht vor der neuen Konkurrenz, sagt Regula Gebelein, Verkaufsleiterin Möbel. «Wir haben keine Angst, da wir ein anderes Preissegment bedienen als Ikea.» Im Gegenteil: Delta Möbel ist gespannt auf den neuen Wind, den eine neue Filiale mit sich bringen könnte. «Das bringt Möbel vielleicht mehr ins Gespräch und könnte so für uns auch eine Chance sein», sagt Gebelein.

Möbelsparadies als direkter Schweizer Konkurrent

Das Möbelsparadies in Grabs hätte mehr mit der drohenden Konkurrenz zu kämpfen. Inhaber Peter Zogg sieht dem neuen Konkurrenten aber entspannt entgegen. «Die Leute gehen sowieso in die IKEA. Ob sie nun nach St.Gallen oder nach Lustenau fahren, kommt auf uns letztlich nicht an.» Wenn die Österreicher den Möbelpreis aber stark nach unten korrigieren und man zusätzlich die Mehrwertsteuer zurück bekommt, stellt der neue IKEA in Lustenau durchaus eine Bedrohung dar. Schlimmer als die Konkurrenz aus dem Ausland ist für das Möbelsparadies jedoch der Onlinehandel. «Gratisangebote über ebay, ricardo oder tutti.ch sind für unser Geschäft weit schädlicher als die Konkurrenz aus dem Ausland», sagt Zogg.

Shopping Arena wird nicht unter neuer IKEA-Filiale leiden

Die Shopping Arena St.Gallen denkt nicht, dass eine neue IKEA-Filiale im grenznahen Ausland zu Gewinneinbrüchen führen wird. «Wir sehen dieser Eröffnung gelassen entgegen», sagt Marc Schäfer, Manager der Shopping Arena. Eine neue Filiale in der Nähe zu eröffnen, das sei Sache der IKEA. «Wir sehen da auch einige Vorteile, zum Beispiel haben wir am Wochenende immer zu wenig Parkplätze», meint Schäfer. Eine niedrigere Besucherfrequenz in der IKEA würde dieses Problem entschärfen.

Noch ist nichts in trockenen Tüchern

Ob die IKEA tatsächlich nach Lustenau kommt, darüber muss noch entschieden werden. Allerdings liegt laut Medienberichten ein Kaufvertrag vor, dieser muss von der Gemeinde Lustenau und der IKEA unterschrieben werden, bevor der schwedische Möbelriese ein neues Möbelhaus in Lustenau bauen darf. «Nur weil IKEA dann den Boden besitzt, ist der Bau einer Filiale noch lange nicht sicher», sagt IKEA-Mediensprecher Aurel Hosennen. «Das ist ein Projekt in Abklärung, aber da gibt es noch sehr viele offene Punkte, unter anderem die Verkehrsanbindung und die Bewältigung von Einsprachen.» Daher kümmert sich IKEA Schweiz auch noch nicht darum, inwiefern eine Filiale im grenznahen Österreich eine Konkurrenz zur St.Galler IKEA darstellen würde. «Dafür ist es noch viel zu früh», meint Hosennen.


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