Machtkampf bei Gategroup bricht neu auf

Beim Airline-Caterer Gategroup bahnt sich an der kommenden Generalversammlung ein heftiges Gewitter an (Archiv).
Beim Airline-Caterer Gategroup bahnt sich an der kommenden Generalversammlung ein heftiges Gewitter an (Archiv). © KEYSTONE/AP DEPARTMENT OF DEFENSE/JAMES CROXON
Beim Airline-Caterer Gategroup kommt es an der kommenden Generalversammlung zum Showdown: Zwei Minderheitsaktionäre versuchen sich erneut mehr Einfluss im Verwaltungsrat zu sichern. Das Unternehmen gibt sich kämpferisch.

Bereits im vergangenen Jahr unternahmen die Hedgefonds RBR Capital und Cologny den Versuch die Mehrheit im Verwaltungsrat von Gategroup zu erlangen. Nach langwierigen Verhandlungen einigte sich der Verwaltungsrat mit den beiden Minderheitsaktionären, die zusammen einen Anteil von 11,3 Prozent am Unternehmen halten, auf eine Zweiervertretung.

Knapp ein Jahr später bricht der Machtkampf nun erneut aus. RBR Capital und Cologny haben dem Verwaltungsrat im Vorfeld der Generalversammlung vom 14. April mitgeteilt, dass sie zwei zusätzliche Mitglieder einschliesslich des Präsidenten in den Verwaltungsrat wählen lassen wollen.

Gleichzeitig verlangt die Aktionärsgruppe den Rücktritt des derzeitigen Präsidenten und eines weiteren Mitgliedes des Verwaltungsrats sowie Änderungen an der Strategie von Gategroup und im Management, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Doch Gategroup denkt nicht daran, den beiden Hedgefonds eine Mehrheit im Gremium zuzugestehen. Der Verwaltungsrat lehne diese Form von Druckversuchen entschieden ab. Nachdem sich Verwaltungsrat und Konzernleitung bereits im vergangenen Jahr weitgehend erneuert hätten, wäre eine weitere signifikante Veränderung in der Governance nicht im Interesse des Unternehmens, heisst es in der Mitteilung.

Der Nominationsausschuss des Verwaltungsrats empfiehlt der Generalversammlung demnach einstimmig die Wiederwahl der bisherigen Mitglieder.

Die ehemalige Swissair-Tochter kämpfte lange Zeit mit Problemen im rückläufigen und darum besonders wettbewerbsintensiven Europageschäft. Bereits 2012 hatte das Unternehmen darum eine umfassende Restrukturierung eingeleitet. Nachdem Gategroup im ersten Halbjahr 2015 erneut tief in die roten Zahlen gefallen war, baute das Management rund 300 Stellen ab. Betroffen war auch der Standort Zürich. Im dritten Quartal 2015 kehrte Gategroup dann wieder in die Gewinnzone zurück.

(SDA)


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