Haushalt ist nach wie vor Frauensache

Männer erledigten in den letzten Jahren mehr Haus- und Familienarbeit, und Frauen leisteten mehr bezahlte Arbeit. (Symbolbild)
Männer erledigten in den letzten Jahren mehr Haus- und Familienarbeit, und Frauen leisteten mehr bezahlte Arbeit. (Symbolbild) © KEYSTONE/LUIS BERG
Männer machen sich im Haushalt etwas weniger rar als auch schon. Nach wie vor übernehmen aber Frauen den Löwenanteil der häuslichen und familiären Pflichten, vor allem wenn Kinder da sind.

Um 1,7 Stunden pro Woche erhöhten die Männer zwischen 2010 und 2016 ihren Beitrag zur Haus- und Familienarbeit. Demgegenüber leisteten die Frauen letztes Jahr eine Stunde mehr bezahlte Arbeit als 2010. Unter dem Strich arbeiten aber beide Geschlechter nach wie vor fast genau gleich lang.

2016 betrug das Total der bezahlten und der unbezahlten Tätigkeiten für Frauen 46,7 Stunden pro Woche, für Männer 46,8 Stunden, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilte. Die Daten aus der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung beziehen sich auf Personen über 15 Jahren, Rentnerinnen und Rentner eingeschlossen.

Frauen widmen am meisten Zeit der Haus- und Familienarbeit. Mit 28,1 Stunden pro Woche blieb vergangenes Jahr der entsprechende Aufwand im Vergleich zu 2010 praktisch unverändert. Hingegen stieg der Zeitaufwand für bezahlte Erwerbsarbeit von 15,6 auf 16,6 Stunden. Dazu kamen 2 Stunden Freiwilligenarbeit.

Männer investieren auch 2016 am meisten Zeit in bezahlte Arbeit. Mit 27,3 Stunden war es etwas weniger als sechs Jahre zuvor (28,1 Stunden). Hingegen nahm ihr Zeitbudget für Haus- und Familienarbeit deutlich zu, von 16,2 auf 17,9 Stunden. 1,6 Stunden setzten sie für freiwillige Tätigkeiten ein.

Hausarbeiten bleibt Frauensache

Was die Hausarbeit betrifft, verschlingt die Zubereitung der Mahlzeiten nach wie vor am meisten Zeit. Bei den Frauen sind es 7,1 Stunden, bei den Männern 3,8 Stunden pro Woche. An zweiter Stelle folgt das Putzen. 4,5 Stunden opfern die Frauen hiefür, mehr als doppelt so viel wie die Männer (1,9).

Waschen und Bügeln ist immer noch fest in Hand der Frauen. Sie tun das während 2,3 Stunden pro Woche, Männer nur während 0,6 Stunden. Lediglich bei den administrativen und handwerklichen Arbeiten liegen die Männer (total 3 Stunden) vor den Frauen (2,1 Stunden).

Hohe Arbeitsbelastung für Eltern

Je nach Familiensituation zeigen die Zahlen des BFS grosse Unterschiede bei der Arbeitsbelastung. Für Mütter in Paarhaushalten mit jüngstem Kind unter 15 Jahren machen bezahlte und unbezahlte Arbeit zusammen 69,6 Stunden pro Woche aus. Davon entfallen allein auf die Haus- und Familienarbeit 52,8 Stunden.

Väter in derselben Familiensituation haben eine Arbeitsbelastung von 68,8 Stunden wöchentlich, wobei die Erwerbsarbeit mit 38,3 Stunden im Vordergrund steht. Für Hausarbeiten wenden Mütter mit rund 31 Stunden doppelt so viel Zeit auf wie Väter. 21,5 Stunden widmen sie der Kinderbetreuung, fast 8 Stunden mehr als ihre Partner.

Gut vier von zehn arbeiten freiwillig

Rund 43 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren führen mindestens eine unbezahlte Freiwilligenarbeit aus. 19,5 Prozent engagieren sich für Vereine oder Institutionen und setzen dafür im Schnitt 12,8 Stunden pro Monat ein.

Fast ein Drittel aller Personen ab 15 Jahren engagiert sich für informelle Freiwilligenarbeiten. Dazu gehören etwa Nachbarschaftshilfe, Kinderbetreuung sowie die Pflege und Betreuung von Verwandten und Bekannten, die nicht im selben Haushalt leben. Sie wenden dafür 15,2 Stunden pro Monat auf.

(SDA)


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