Mandalas für die Kreativität und die Wirtschaft

Mandalas sollen einen meditativen Einfluss auf die Psyche haben.
Mandalas sollen einen meditativen Einfluss auf die Psyche haben. © iStock
Auf Jodel über PH-Studenten lachen, die Mandalas ausmalen, ist sowas von passé: Denn Ausmalbücher für Erwachsene liegen aktuell voll im Trend. Die Stiftehersteller freut’s.

Gebt es zu – auch ihr lacht euch schlapp, wenn ihr die Jodel Best Of-Seite runterscrollt. Nicht selten kommt es vor, dass über mandalamalende PH-Studenten gelästert wird. Auch wenn wir wissen, dass die meisten Jodel-Witze übertreiben, überrascht es, dass Ausmalbücher für Erwachsene tatsächlich boomen.

Wenn die wüssten, dass Mandalamalen therapeutisch wirkt und Stress schwinden lässt.

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Mandalas fördern die Feinmotorik und die Kreativität. Sie helfen dabei, Stress abzubauen und sich zu konzentrieren. Neuerdings sollen nicht nur Kinder von dieser Freizeitbeschäftigung profitieren, sondern auch Erwachsene. Der Onlineshop Amazon bietet beispielsweise ein Zen-Malbuch an, das “neue Kraft und Energie spendet”. Der Fantasie seien keine Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, die leeren Seite mit Farbe zu füllen.

Malen in Zeiten der Digitalisierung

Die Stiftehersteller spüren den neuen Trend. “Wir haben in gewisse Ausrüstungen investiert und die Arbeitszeit verlängert”, sagt Carole Hübscher, Chefin der Caran d’Ache, gegenüber dem Nachrichtendienst sda.

Auch andere Hersteller von Malstiften profitieren momentan. “Ich träume nachts schon von den Stiften”, sagt Werksleiter Andreas Martin von der deutschen Firma Staedtler. Von einem Tag auf den anderen sei die Nachfrage nach Finelinern explodiert. Staedtler steigerte seinen Umsatz im vergangenen Jahr um 14 Prozent. Ein bemerkenswerter Trend in Zeiten der Digitalisierung.

Auch beim Konkurrenten Stabilo im bayerischen Heroldsberg sind Faserschreiber mit feiner Spitze der Renner. Von Stabilo gibt es 15 Fineliner plus Buch im Set “Kreative Auszeit” schon in der zweiten Auflage.

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Investieren oder nicht?

Doch der Ausmal-Boom stellt die Unternehmen auch vor schwierige Entscheidungen – investieren oder nicht? “Wir versuchen, das richtige Mass zu finden”, sagt Staedtler-Werksleiter Martin. Zunächst versuche die Firma, den erhöhten Aufwand mit verlängerten Arbeitszeiten zu stemmen. So produziert Staedtler mittlerweile auch am Samstagvormittag und nachts. 30 Leiharbeiter habe man zusätzlich zu den 350 fixen Mitarbeitern eingestellt. Dann erst kommt die Technik, wie Martin sagt. Eine Fineliner-Maschine kostet rund 300’000 Euro.

Caran d’Ache, gegründet 1924, glaubt unabhängig von Trends fest an seine Zukunft: “Es gibt keinen Grund, warum Schreiben und Zeichnen aussterben sollten”, erklärt Hübscher. Staedtler-Chef Axel Marx mag sich nicht ganz allein darauf verlassen: “Wir drücken die Daumen”, dass der Boom anhält.

(lag/sda)


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