Marija hat keine Lehrstelle mehr

Ihre Freunde kämpften mit Marija (im orangen Shirt) für ein Bleiberecht in der Schweiz.
Ihre Freunde kämpften mit Marija (im orangen Shirt) für ein Bleiberecht in der Schweiz. © TVO
Die 17-jährige Sarganserin Marija Milunovic wehrt sich seit Monaten gegen ihre Ausschaffung nach Serbien. Nun folgt der nächste Rückschlag: Sie hat ihre Lehrstelle verloren.

Marija arbeitete als Fachfrau Gesundheit im Kantonsspital Glarus, nun muss sie ihre Lehrstelle aufgeben. Wie die Leiterin der Pflegeschule Glarus “20 Minuten” bestätigte, musste diese Entscheidung getroffen werden, weil Ausländer, die in der Schweiz arbeiten, eine Aufenthaltsbewilligung benötigen.

Über diese verfügt Marija Milunovic aber nicht mehr. Sie wurde ihr entzogen, nachdem ihre Mutter verschiedene Fristen verpasste hatte.

Die Leidtragende ist die Tochter, die nun nicht nur ohne Job dasteht, sondern auch mit einer Ausschaffung rechnen muss. Aufgeben sei aber keine Option, sagt Marijas Anwalt Urs Bertschinger: “Es ist noch eine Beschwerde beim Verwaltungsgericht in St.Gallen wegen der Abweisung des Härtefallgesuchs hängig”, heisst es im Bericht von “20 Minuten”. Bis das Verwaltungsgericht auf diese Beschwerde reagiert, könne es aber noch drei bis vier Monate dauern.

Ausserdem laufe noch ein Strafverfahren wegen illegalen Aufenthaltes in der Schweiz. Der Anwalt ist sich sicher, für dieses Strafverfahren ist der Tatbestand nicht gegeben: “Ihre Mutter hat das alleinige Sorgerecht und somit das Aufenthaltsbestimmungsrecht für ihre Tochter.” Da die Mutter in der Schweiz lebe, sei Marija nicht illegal in der Schweiz. Es liege ein gesetzlicher Rechtfertigungsgrund vor.

Ein weiterer Lichtblick ist eine mögliche Anstellung im Fürstentum Liechtenstein. Sie habe dort die Möglichkeit, als Au Pair für eineinhalb Jahre zu arbeiten.

Auch Marijas Fussballtrainer und ihre Gspändli setzen sich weiterhin für die 17-Jährige ein. Zwar seien bis anhin noch nicht sehr viele Spendengelder eingegangen, aber sie werden weiterkämpfen: Marija gehe es nicht gut und wir hören nicht auf zu kämpfen, sagt der Trainer.

(abl)


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