Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie sieht Aussichten negativ

Weil die Produktion in der Schweiz teuer ist, setzen Schweizer Unternehmen auf Effizienzsteigerungen und rigoroses Produktkostenmanagement. (Symbolbild)
Weil die Produktion in der Schweiz teuer ist, setzen Schweizer Unternehmen auf Effizienzsteigerungen und rigoroses Produktkostenmanagement. (Symbolbild) © KEYSTONE/TI-PRESS/GABRIELE PUTZU
Die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) beurteilt ihre Aussichten negativ. Schuld sind der starke Franken und die volatile Wirtschaftsentwicklung. Das geht aus einer Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte und der Konjunkturforschungsstelle BAK Basel hervor.

89 Prozent der befragten 393 MEM-Unternehmen beurteile die Aussichten für ihre Industrie in den nächsten zwölf Monaten negativ, teilten Deloitte und BAK Basel am Mittwoch vor den Medien in Zürich mit.

Die Frankenstärke, der starke Wettbewerb und die volatile globale Wirtschaft würden viele MEM-Unternehmen zu weiteren betrieblichen Anpassungen zwingen, um die Margeneinbussen aufzufangen.

Dabei gewinne der Einkauf in der Eurozone stark an Bedeutung. 77 Prozent der Befragten tun dies bereits. Je 70 Prozent der Befragten haben zu Effizienzsteigerungen und zu rigorosem Produktkostenmanagement gegriffen. 69 Prozent haben Preissenkungen umgesetzt.

Bedeutend ist auch die Forcierung der Innovation (63 Prozent) und die Bezahlung in Euro bei Einkäufen in der Schweiz (40 Prozent). Praktisch ebenso viele sichern ihre Währungsrisiken ab oder erschliessen neue Märkte (je 39 Prozent).

“Massnahmen wie Preissenkungen sind kurzfristig erfolgreich um konkurrenzfähig zu bleiben, doch auf Dauer reduzieren sie die Margen und gefährden die Investitionsfähigkeit”, erklärte Industriespezialist Ralf Schlaepfer von Deloitte.

Erfolgreiche Unternehmen würden in schwierigen Zeiten die langfristige Veränderung des Unternehmens forcieren und somit künftiges Potential sichern, erläuterte Schlaepfer.

Beachtlich ist der Verlagerungstrend, den die Frankenstärke ausgelöst hat. 22 Prozent der Befragten hätten bereits die gesamten oder einzelnen Wertschöpfungsschritte in den Euroraum verlagert, seit die Schweizerische Nationalbank (SNB) am 15. Januar den Euro-Mindestkurs von 1,20 Fr. aufgehoben hat. Und 24 Prozent der Firmen würden diesen Schritt noch erwägen oder planen.

Im Hinblick auf die mittlere und längerfristige Entwicklung in der kommenden Dekade seien die Rahmenbedingungen allerdings günstiger, erklärte Michael Grass, der in der Geschäftsleitung der BAK Basel sitzt: “Die Chancen für den Schweizer Werkplatz sind also intakt.”

Um allerdings auch langfristig international wettbewerbsfähig zu bleiben, müssten Schweizer Industrieunternehmen die richtigen langfristigen Wachstumsstrategien verfolgen. Deloitte und die BAK Basel sehen mehrere langfristige Wachstumsstrategien.

83 Prozent der Befragten wollen neue Kunden gewinnen. 67 Prozent wollen mit ihren bestehenden Kunden wachsen. Zudem denken über die Hälfte der Unternehmen, dass die Expansion in neue geografische Märkte stark zu ihrem Wachstum beitragen werde.

Knapp die Hälfte der Befragten gibt die Weiterentwicklung des Dienstleistungsgeschäfts als wichtige Wachstumsstrategie an. Ebenso viele denken, dass Produkt- und Prozessinnovationen stark zu ihrem Wachstum beitragen würden.

Ein Viertel der Befragten sieht das Wachstum durch Fusionen und Übernahmen zukünftig als wichtig an. Weitere 40 Prozent setzen auf Allianzen und Partnerschaften.

(SDA)


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