Massive Kritik an St.Galler Kantonspolizisten

Von Michael Ulmann
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Symbolbild © Tagblatt
Ein 21-jähriger Mann erhebt schwere Vorwürfe gegen zwei Polizisten der Kantonspolizei St.Gallen. Diese hätten ihn bei einer Kontrolle in Uzwil schwer misshandelt und verletzt. Beide Seiten haben nun Anzeige eingereicht.

Stein des Anstosses war eine Polizeikontrolle Anfang Oktober 2015 in Uzwil. Der 21-jährige K. war mit zwei Freunden in einem Auto in Uzwil unterwegs. Gegenüber “20 Minuten” sagt K., nachdem er kontrolliert worden und alles ok gewesen sei habe er noch eine Zigarette rauchen wollen. Dies habe einem Polizisten jedoch gar nicht gepasst. Er hat K. aufgefordert die Zigarette wegzuwerfen. K. hat sich allerdings geweigert und die Zigarette angezündet.

Streit eskaliert

Daraufhin sei ein zweiter Polizist dazugestossen. Beide Polizisten hätten K. mit den Knien auf den Boden gedrückt und ihn in den Würgegriff genommen. Er habe dabei fast keine Luft mehr bekommen, schildert K. weiter. Obwohl er panische Angst gehabt und die Polizisten gebeten habe aufzuhören, hätten diese nicht von ihm abgelassen. In der Folge sei ein dritter Polizist dazugekommen, habe K. an den Beinen festgehalten und ihm Handschellen angelegt. In dieser Position sei er zehn Minuten auf dem kalten Boden gelegen.

Aussage gegen Aussage

Laut K. sei er danach auf den Polizeiposten Oberbüren gebracht worden. Obwohl er über Schmerzen geklagt und einen Arzt verlangt habe, sei er erst nach zwei Stunden entlassen worden. Seine Tante fuhr ihn danach ins Spital Flawil. Laut K. musste er dort drei Tage auf der Intensivstation verbringen.

Der 21-jährige hat sich nun einen Anwalt genommen und Strafanzeige wegen Körperverletzung und Unterlassen der Nothilfe erstattet, schreibt “20 Minuten” weiter. Sowohl K. wie auch seine Kollegen sind der Meinung, dass die Reaktion der Polizisten völlig unverhältnismässig war. Die Polizisten ihrerseits haben K. auch angezeigt. Dies weil K. auf sie losgegangen sei. Die Kantonspolizei St.Gallen will mit Verweis auf das laufende Verfahren keine Stellung zum Vorfall nehmen.

(red)


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