McCarthy legt Kandidatur nieder

McCarthy fiel einem Machtkampf innerhalb der Republikaner zum Opfer.
McCarthy fiel einem Machtkampf innerhalb der Republikaner zum Opfer. © KEYSTONE/AP/EVAN VUCCI
Der bisherige Favorit um den Vorsitz des US-Repräsentantenhauses, der Republikaner Kevin McCarthy, hat sich am Donnerstag überraschend aus dem Rennen zurückgezogen.

“Ich ziehe meine Kandidatur zurück”, erklärte McCarthy nach einer Sitzung, bei der eigentlich die Nominierung hätte stattfinden sollen. McCarthy ist bislang die Nummer zwei der Republikaner im Repräsentantenhaus – nach dem scheidenden Vorsitzenden John Boehner.

Ende September kündigte Boehner unter dem Druck des erzkonservativen Flügels der Partei seinen Rücktritt an. McCarthy galt seither als Favorit für die Nachfolge und schien genügend Abgeordnete hinter sich zu haben. Nach der Sitzung vom Donnerstag verschoben die Republikaner die Wahl eines Nachfolgers für Boehner auf unbestimmte Zeit.

“Tief gespalten”

McCarthy erklärte, in den vergangenen Wochen sei deutlich geworden, “dass unsere Gruppe tief gespalten ist und sich hinter einem Anführer sammeln muss”. Er habe immer “die Interessen der Gruppe vor meine eigenen gestellt”. “Wir brauchen ein neues Gesicht”, sagte McCarthy zudem vor Journalisten.

Eine Gruppe von etwa 40 erzkonservativen Abgeordneten hatte sich zuvor von McCarthy distanziert. Der Abgeordnete Walter Jones sagte, McCarthy habe daraufhin in der Sitzung angegeben, dass er nach eigener Ansicht “nicht der richtige Mann” für den Posten sei. Der Abgeordnete Ryan Costello berichtete, alles sei sehr rasch gegangen.

Ende Oktober will er gehen

Boehner, protokollarisch die Nummer drei im Staat, will Ende Oktober sein Amt als Vorsitzender des Repräsentantenhauses und sein Abgeordnetenmandat niederlegen. Die Republikaner verfügen im Repräsentantenhaus sowie im Senat, den beiden Kammern des US-Kongresses, über eine Mehrheit.

Mit zahlreichen Initiativen machten sie Präsident Barack Obama von den Demokraten in den vergangenen Monaten das Regieren schwer. Vertreter des erzkonservativen Flügels der Republikaner kritisierten Boehners Kurs hingegen noch als zu kompromissbereit.

(SDA)


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