Medizintechnikbranche mit kräftigem Wachstum

Medizintechnikbranche mit kräftigem Wachstum
© KEYSTONE/KARL MATHIS
Trotz der Frankenstärke zeigt die Schweizer Medizintechnikbranche weiterhin ein kräftiges Wachstum. Der Umsatz wuchs im vergangenen Jahr um 6,5 Prozent auf geschätzte 14,1 Milliarden Franken. Damit hat die Branche seit 2010 um etwa ein Drittel zugelegt.

Durchschnittlich weise die Schweizer Medizintechnikbranche über die letzten sechs Jahre ein konstantes Umsatzwachstum von rund 6 Prozent pro Jahr auf, hiess es in einer am Dienstag veröffentlichten Branchenstudie, für die 344 Unternehmen befragt wurden.

Die alle zwei Jahre durchgeführte Studie wurde vom Medtech-Netzwerk Medical Cluster, dem Branchenverband Fasmed sowie dem Ingenieur- und Beratungsunternehmen Helbling verfasst. Das Wachstum der Branche liege weit über dem Schweizer Wirtschaftswachstum der letzten Jahre, hiess es. 2014 hatte das Bruttoinlandprodukt (BIP) um 2 Prozent und 2015 um 0,8 Prozent zugenommen.

Mit einem Volumen von 10,6 Milliarden Franken konnten die Exporte im vergangenen Jahr trotz des starken Frankens gehalten werden. Damit liegen sie kaum höher als 2010. Damals beliefen sich die Exporte der Branche auf 10,2 Milliarden Franken.

Zu beachten sei allerdings, dass der Euro seit damals gut ein Viertel seines Werts verloren habe, hiess es. Ohne diesen Effekt wäre der Warenwert der Exporte höher ausgefallen. Seit 2010 hätten die Ausfuhren in die EU wertmässig um 15 Prozent abgenommen.

In den Krisenländern Frankreich, Italien und Spanien sei die Nachfrage geschrumpft. Und in den Niederlanden hätten die dortigen europäischen Zentrallager für einzelne grosse, global tätige Medizintechnikkonzerne an Bedeutung verloren. Die Exporte in die Niederlande haben sich seit 2010 mehr als halbiert.

Anders sieht es bei den beiden Top-Exportdestinationen USA und Deutschland aus. Die Ausfuhren nach Amerika schnellten um 36 Prozent auf 2,6 Milliarden Franken nach oben, während die Exporte nach Deutschland um ein Fünftel auf 2,2 Milliarden Franken kletterten. Diese Zahlen enthalten nur fertige Produkte. Der Verkauf von Halbfabrikaten ist in diesen Zahlen nicht enthalten.

Auf der anderen Seite haben Importe seit 2010 um etwa 11 Prozent auf 5,0 Milliarden Franken zugenommen. Dabei konnte die Branche aufgrund der Euroschwäche von günstigeren Preisen profitieren. Zusätzlich würden die Frankenstärke und der Wettbewerbsdruck die Unternehmen zwingen, mehr Vorleistungen und Investitionsgüter aus dem Ausland zu beziehen.

Trotz des starken Frankens produziert ein Grossteil der Unternehmen weiterhin in der Schweiz. Darunter sind auch globale Grosskonzerne wie Johnson & Johnson Medical, Biotronik, Medtronic oder Zimmer Biomet. Alleine im vergangenen Jahr schuf die Branche 1500 Arbeitsplätze. Gesamthaft arbeiten 54’500 Angestellte für die Medizintechnikindustrie.

Auch für die Zukunft zeigt sich die Branche zuversichtlich. Die Befragten erwarten für 2016 ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 8,6 Prozent. Für 2017 rechnen sie mit einem Plus von 7,5 Prozent.

(SDA)


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