Mehr Einbürgerungen in Ausserrhoden

Im Jahr 2015 gab es mehr Einbürgerungen als im Jahr zuvor. (Symbolbild)
Im Jahr 2015 gab es mehr Einbürgerungen als im Jahr zuvor. (Symbolbild) © KEYSTONE/GAETAN BALLY
In der ganzen Schweiz gab es im 2015 deutlich mehr Einbürgerungen als im Vorjahr. Auch in der Ostschweiz gibt es markante Unterschiede, wie beispielsweise in Appenzell Ausserrhoden. Die Gesuche sind jedoch wieder rückläufig.

Laut Angaben des Bundes sind von Januar 2015 bis Ende November 2015 rund 34’900 Personen eingebürgert worden. Das sind jetzt schon mehr als im gesamten Jahr 2014 (33’325). Ein Migrations-Experte hat als möglichen Grund die ausländerfeindliche SVP-Politik in Form der Masseneinwanderungs- und Durchsetzungsinitiative vermutet, wie FM1 Today berichtete.

Anstieg in Appenzell Ausserrhoden

Auch in den einzelnen Ostschweizer Kantonen macht sich der Anstieg bemerkbar, wie beispielsweise im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Dort wurden im gesamten Jahr 2014 87 Personen eingebürgert. Im Jahr 2015, das heisst bis Ende November – die Zahlen vom Dezember sind noch nicht ausgewertet – waren es bereits 98. In Appenzell Innerrhoden wurden im 2014 25 Personen eingebürgert, im Jahr 2015 bis Ende November 34. Der Kanton St.Gallen hat im 2014 1’885 Personen eingebürgert, im 2015 bis Ende November 1’773. Im Thurgau waren es 2014 787 Einbürgerungen und im 2015 bis Ende November 670, und im Graubünden im 2014 470 Einbürgerungen und im 2015 bis Ende November 551.

Ob auch hier in der Region die Unsicherheit wegen der SVP-Politik ausschlaggebend war?

“Gesuche sind ausschlaggebend”

“In Anbetracht des relativ kurzen Zeitraums seit der Abstimmung über die Masseneinwanderungsinitiative und der Dauer eines Einbürgerungsverfahrens ist die Zahl der Einbürgerungsgesuche aussagekräftiger als die Zahl der Entscheide”, sagt Lars Thoma, ehemaliger Leiter des Amtes für Gesellschaft des Kantons Appenzell Ausserrhoden. Wenn man sich diese Zahlen veranschaulicht, zeigt sich klar: Die Anzahl Gesuche sind im Jahr 2014 um rund einen Drittel angestiegen gegenüber dem Vorjahr, von 98 auf 130 Anträge. Die Masseneinwanderungsinitiative wurde am 8.Februar 2014 angenommen.

Weniger Gesuche im 2015

“Ein Zusammenhang zwischen diesem kurzfristigen Anstieg und dem Ergebnis der Volksabstimmung ist nicht auszuschliessen, denn im Jahr 2015 lag die Anzahl Gesuche bereits wieder auf dem Niveau der Jahre vor der Abstimmung”, sagt Thoma. Im 2015 haben 101 Personen den Antrag für eine Einbürgerung gestellt (die Rede ist stets von ordentlichen Einbürgerungen).

Dabei kamen knapp die Hälfte (46 Prozent) der Gesuche aus den Nachbarländern der Schweiz. 38 Prozent der Menschen, die im 2015 in Appenzell Ausserrhoden einen Schweizer Pass beantragten, waren aus den Balkanländern. 16 Prozent sind aus den übrigen Ländern.

(red)


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