Meister der Tasten feiert 75. Geburtstag

Chick Corea (rechts) feiert am 12. Juni seinen 75. Geburtstag. Hier bei seinem Auftritt in Montreux 2015 zusammen mit Herbie Hancock (links).
Chick Corea (rechts) feiert am 12. Juni seinen 75. Geburtstag. Hier bei seinem Auftritt in Montreux 2015 zusammen mit Herbie Hancock (links). © Keystone/Lauren Gilliéron
In den vergangenen 50 Jahren hat Chick Corea als Bandleader und Solist mehr als 100 Alben veröffentlicht. Heute (12. Juni) feiert der US-amerikanische Jazzpianist den 75. Geburtstag.

Ein “volles Jahr weltumspannender kreativer Abenteuer” verspricht Chick Corea, der im US-Staat Massachusetts geborene Meister der Tasten, auf seiner Website zum Jubiläumsjahr.

Die Kreativität scheint aus dem experimentierfreudigen Komponisten nur so herauszusprudeln: Stilsicher bewegte er sich im Lauf seiner Karriere durch die Genres und verdiente sich ein Prädikat, das in der Musikszene häufig überstrapaziert wird: eklektisch.

Nachdem der als Armando Anthony Corea geborene Sohn eines Trompeters und Bassisten bereits mit vier Jahren am Klavier gesessen und früh Unterricht genossen hatte, spielte er in jungen Jahren mit Saxofonlegende Stan Getz und Dizzy Gillespie zusammen.

Herbie Hancock und Thelonious Monk durchströmten seine Musik ebenso wie Einflüsse aus Lateinamerika. Star-Trompeter Miles Davis erkannte Coreas Talent und nahm ihn statt Hancock mit auf Tour – mit dem Corea später allerdings auch noch eine Welttournee hinlegen sollte.

Corea machte aber auch Ausflüge in andere Genres, etwa im brasilianisch angehauchten Album “Light as a Feather”, auf dem er mit “500 Miles High” und “Spain” brillierte.

Ob mit E-Gitarrist Bill Connors, Flamenco-Klängen auf dem Album “My Spanish Heart” oder seinem rockigen Elektro-Jazz der 80er und 90er Jahre: Während Coreas Finger über die Tasten schwebten, verwandelte sich sein Jazz in ein musikalisches Kaleidoskop. Nicht umsonst taufte er sein 1992 gegründetes Label “Stretch Records”, das Grenzen dehnen und Kreativität anstelle von Genres stellen sollte.

Publikum wie Kritiker fasziniert, dass dem Lockenkopf selbst die vielseitige und wandelbare Musikrichtung des Jazz offenbar nicht genug Raum liess. Hinzu kommt eine unverkennbare Liebe zum Spiel über fünf Jahrzehnte, in denen Corea als Bandleader und Solist mehr als 100 Alben veröffentlichte.

Wie verbunden er der Musik ist, zeigt sich schon daran, dass er nach einem gelungenen Konzert oft stundenlang allein weiterspielt anstatt sich an einer Bar unters Volk zu mischen.

(SDA)


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