Melserin gibt ihr Debüt in der Schweizer Nationalmannschaft

Von Laurien Gschwend
Patricia Willi, hier noch beim FC St.Gallen, freut sich über ihr Tor gegen den FC Staad. (Archiv)
Patricia Willi, hier noch beim FC St.Gallen, freut sich über ihr Tor gegen den FC Staad. (Archiv) © TAGBLATT/Urs Jaudas
Patricia Willi aus Mels startet gerade voll durch: Nachdem die Fussballerin letztes Jahr vom FC St.Gallen zum FC Zürich wechselte, erlebte sie in den vergangenen Wochen ihren ersten Auftritt in der Schweizer Nationalmannschaft. 

«Mit der Aufnahme in die Nationalmannschaft geht für mich ein Traum in Erfüllung», sagt Patricia Willi. Und sie ist ganz klar auf Erfolgskurs: Acht Spiele musste die Schweizer Frauen-Fussball-Nationalmannschaft absolvieren, um für die Europameisterschaft in den Niederlanden qualifiziert zu werden. Acht Spiele hat die Damenmannschaft gewonnen.

Mit dabei auch Patricia Willi, sie feierte in den vergangenen Wochen ihr Debüt in der Nati. Gegen Georgien kam sie in der zweiten Halbzeit zum Einsatz. «Zu Beginn war ich extrem nervös», sagt die 24-Jährige. Der erste Einsatz sei extrem lehrreich gewesen. «Natürlich wäre es schön gewesen, das Ganze mit einem Goal zu krönen», sagt sie, «aber dazu ist ja noch Zeit».

Profikarriere noch nicht greifbar

Bereits mit fünf Jahren haben Patricias Vater und ihr Bruder sie mit dem Fussballfieber infiziert. Es folgten intensive Jahre in Mels, Ruggell, Triesen, Rapperswil-Jona, St.Gallen und Zürich. Irgendwann ins Profibusiness einzusteigen, das kann sie sich derzeit noch nicht vorstellen. «Mit diesem Gedanken bin ich einfach nicht aufgewachsen.» In der Schweiz professionell Fussball zu spielen, scheint ihr sowieso unerreichbar. «Ich kann momentan noch nicht sagen, ob ich ein Angebot aus dem Ausland annehmen würde», sagt Patricia.

Das Portal «mycujoo» lobte Patricia Willi für dieses unglaubliche Tor:

Anspruchsvoller Alltag

Patricia Willi hat nach einer kaufmännischen Lehre die Berufsmaturität und die Höhere Fachschule zur Betriebswirtschafterin absolviert. Sie arbeitet zu 70 Prozent beim Bundesverwaltungsgericht in St.Gallen, lebt in Abtwil und pendelt für den Fussball mehrere Male pro Woche nach Zürich.

Aber nicht nur die Fahrt nimmt viel Zeit in Anspruch. «Es gibt viele Termine, die mich beanspruchen», erzählt Patricia. Hinzu kommen Erholungszeiten nach den Trainings und Spielen. «In den kommenden Wochen werde ich aufgrund der Champions League viel unterwegs sein.» All diese Faktoren führen dazu, dass die Melserin keine Vollzeitanstellung wahrnehmen kann.

Ebenso sei es nicht einfach, der Ausbildung entsprechend zu arbeiten, zumal der Sport so viel Energie in Anspruch nimmt. «Ich wünsche mir, irgendwann einen anspruchsvollen Job zu finden, der mich erfüllt – und trotzdem nebenbei erfolgreich Fussball zu spielen.»

Vieles ist anders in Zürich

Patricia galt als grosser Star beim FCSG – sie war die Torschützenkönigin. «Es ist mir sehr gut gelaufen, aber natürlich steht auch ein Team dahinter.» In Zürich sei sie gut aufgenommen worden, auch wenn sich für sie viel verändert hat. Das Niveau sei höher, das Tempo schneller, man müsse ständig Leistungen abrufen. «Da kommt man rein, es braucht einfach seine Zeit», fasst Patricia das letzte Jahr zusammen. Wie auch schon in St.Gallen versteht sie sich bestens mit ihren Mitstreiterinnen.

In der näheren Zukunft möchte Patricia Willi mit dem FCZ den Meister- und den Cuptitel verteidigen. «Ich möchte persönlich viel dazu beitragen – mit langen Spielzeiten, Goals und Assists.» Und natürlich weiterhin für die Nati auf dem Platz stehen.


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