Messerstecherei: Algerier wurde nicht ausgeschafft

Am 13. Februar hat in der Asylunterkunft Heiligkreuz in Mels ein Algerier einen Ägypter mit dem Messer tödlich verletzt.
Am 13. Februar hat in der Asylunterkunft Heiligkreuz in Mels ein Algerier einen Ägypter mit dem Messer tödlich verletzt. © Kapo St.Gallen
In der Asylunterkunft Mels kam es vor einer Woche zu einer Messerstecherei: Ein 33-jähriger Algerier soll einen Ägypter mit dem Messer verletzt haben. Das Opfer starb an den Verletzungen. Der mutmassliche Täter sass rund 15 Monate in Ausschaffungshaft. Dies antwortet die St.Galler Regierung auf einen dringlichen Vorstoss.

Die SVP-Fraktion des St. Galler Kantonsrats wollte von der St.Galler Regierung unter anderem wissen, warum straffällige Asylsuchende, deren Gesuch abgelehnt wurde, nicht in «Renitenten-Zentren» untergebracht werden. Im Kanton St. Gallen gebe es keine Zentren für renitente Personen. Personen, die der Wegweisungsverfügung nicht freiwillig nachkommen und auch nicht ausgeschafft werden können, würden einem Nothilfezentrum zugewiesen, hält die St. Galler Regierung fest.

Der 33-jährige Algerier ist genauso ein Fall: Der Mann reiste am 15. März 2013 illegal in die Schweiz und stellte ein Asylgesuch, das abgewiesen wurde. Er wurde aus der Schweiz weggewiesen. Am 21. März 2012 wurde der Algerier erstmals straffällig.

Linien-Pilot weigert sich zu fliegen

Am 9. September 2014 – nach Entlassung aus dem Strafvollzug – wurde er in Ausschaffungshaft versetzt. Mit Unterbrüchen befand er sich rund 15 Monate in Ausschaffungs- und Durchsetzungshaft. Am 14. September 2017 sollte der Mann mit einer polizeilichen Begleitung ausgeschafft werden, hält die Regierung in ihrer Antwort weiter fest. Aufgrund seines Verhaltens im Flugzeug, weigerte der Pilot sich, den Algerier im Linienflug mitzunehmen, wie die SDA schreibt.

Das Rückübernahmeabkommen mit Algerien sehe keine Sonderflüge vor. Somit bestehe keine Möglichkeit, eine ausländische Person zwangsweise gegen ihren Willen auszuschaffen. Nach der gescheiterten Ausschaffung wurde die Ausschaffungshaft, welche 18 Monate nicht überschreiten darf, nicht verlängert. «Eine Ausschaffung war nicht mehr absehbar», schreibt die Regierung.

Wegen Vermögensdelikten polizeibekannt

Der Algerier wurde dem Nothilfezentrum in Mels zugewiesen. Am vergangenen Dienstag, kurz nach 11.30 Uhr, kam es in der Unterkunft zu einer tödlichen Auseinandersetzung zwischen dem 33-Jährigen und einem 39-jährigen Ägypter. Das Ägypter erlag im Spital seinen schweren Stichverletzungen. Die Polizei spürte den mutmasslichen Täter im Dorfzentrum von Mels auf und nahm ihn fest. Der Algerier ist der Polizei wegen Vermögensdelikten bekannt.


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