Michael Phelps “wollte gar nicht mehr leben”

Michael Phelps in Baltimore auf dem Weg ins Gericht im Dezember 2014
Michael Phelps in Baltimore auf dem Weg ins Gericht im Dezember 2014 © KEYSTONE/AP/PATRICK SEMANSKY
Der Rekord-Olympiasieger Michael Phelps erzählte der Zeitschrift “Sports Illustrated” von seinen Depressionen nach der Festnahme wegen Trunkenheit am Steuer im September 2014. Der 29. September 2014 ist das wahrscheinlich wichtigste Datum in der Karriere des 18-fachen Olympiasiegers.

Seine Festnahme nach einem feuchtfröhlichen Abend in einem Casino in Baltimore habe ihn in eine tiefe Depression gestürzt, erklärte der 29-Jährige. Er wurde zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt, nachdem er wenige Monate zuvor sein Comeback im Hinblick auf die Sommerspiele in Rio bekanntgegeben hatte. Er sei fünf Tage in einem finsteren Raum gelegen und “wollte gar nicht mehr leben”.

Phelps folgte danach einer Anregung seines engsten Umfeldes und unterzog sich in Arizona einer Therapie wegen seines Alkoholproblems. “Das war zweifellos der Moment, an dem ich die grösste Angst meines Lebens hatte”, gab Phelps zu. Er habe bei sich selbst Dinge entdeckt, die er vorher nicht anzurühren wagte. “Vor allem, dass ich mich immer als Athlet, aber nie als Mensch gesehen habe.”

Seither hat Phelps auch die Motivation für das Training wiedergefunden. Im August schwamm der vom US-Verband von der WM ausgeladene Star drei Jahresweltbestzeiten – jeweils schneller als die Weltmeister von Kasan. “Wenn er weiter so trainiert, wird er in Topform sein”, sagte Trainer Bob Bowman im Hinblick auf Olympia in Rio nächstes Jahr.

(SI)


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