Migranten in der Arbeitswelt häufig benachteiligt

Auch wenn die Unterschiede geringer geworden sind, müssen sich Beschäftigte ausländischer Herkunft häufiger mit Tieflöhnen zufrieden geben als solche ohne Migrationshintergrund. (Symbolbild)
Auch wenn die Unterschiede geringer geworden sind, müssen sich Beschäftigte ausländischer Herkunft häufiger mit Tieflöhnen zufrieden geben als solche ohne Migrationshintergrund. (Symbolbild) © KEYSTONE/APA/HERBERT NEUBAUER
Personen mit Migrationshintergrund haben auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor schlechtere Karten. Sie arbeiten häufiger für miese Löhne und sind öfter überqualifiziert als ihre Kollegen ohne ausländische Wurzeln.

In der Schweizer Bevölkerung ohne Migrationshintergrund hatten letztes Jahr 13 Prozent der Beschäftigten einen Tieflohnjob. Bei den Personen mit Migrationshintergrund waren es fast anderthalb Mal soviel, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) errechnet hat.

Tieflohnbezüger verdienen weniger als zwei Drittel des mittleren Bruttolohnes, also weniger als 4380 Franken monatlich. Von den Frauen ausländischer Herkunft musste 2015 mehr als ein Viertel mit einer solchen Stelle Vorlieb nehmen. Bei den Männern mit Migrationshintergrund waren es knapp 13 Prozent.

Nach Grossregionen betrachtet, wies das Tessin bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund den höchsten Tieflohnanteil (32 Prozent) aus. Am geringsten sind die Lohnunterschiede aufgrund des Migrationsstatus’ in der Nordwestschweiz und in der Region Zürich.

Ein weiterer Indikator des BFS zeigt auf, inwiefern das Bildungsniveau mit der ausgeübten Tätigkeit übereinstimmt. Demnach ging in der Bevölkerung mit Migrationshintergrund 2015 fast jede fünfte Person mit Tertiärausbildung einem Beruf nach, für den eine solche Ausbildung nicht nötig ist. In der Vergleichsgruppe ohne Migrationshintergrund war es nur gut jede Zehnte.

Vor allem im Ausland geborene Arbeitnehmende mit Hochschuldiplom oder höherer Berufsausbildung arbeiten vergleichsweise häufig unter ihrem Bildungsniveau. Bei den Secondos und den Angehörigen höherer Ausländergenerationen gibt es diesbezüglich kaum mehr Differenzen zur einheimischen Bevölkerung.

Auch in Bezug auf die berufliche Hierarchie haben sich die herkunfsbedingten Unterschiede im Lauf der Jahre immer mehr verringert. Gemäss BFS ist aber der Anteil des Führungspersonals mit knapp 33 Prozent bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund immer noch tiefer als bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (35 Prozent).

In der Schweiz haben rund 35 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund. Darunter fallen Ausländerinnen und Ausländer, Eingebürgerte sowie gebürtige Schweizerinnen und Schweizer mit im Ausland geborenen Eltern.

(SDA)


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