Millionenerbe für den Kanton Thurgau

Kantonsbibliothekar Bernhard Bertelmann, Regierungspräsidentin Monika Knill und Kantonsarchäologe Hansjörg Brem.
Kantonsbibliothekar Bernhard Bertelmann, Regierungspräsidentin Monika Knill und Kantonsarchäologe Hansjörg Brem. © pd
Ein Thurgauer hat sein ganzes Vermögen dem Kanton Thurgau vererbt. Rund je drei Millionen Franken bekommen die Kantonsbibliothek und das Amt für Archäologie.

Walter Enggist ist diesen Juni in Frauenfeld im Alter von 68 Jahren verstorben. Enggist, der bis zu seinem Tod unverheiratet blieb, gründete 1980 eine Softwarefirma und war auch mit weiteren Aktivitäten im Informatikbereich sehr erfolgreich. Er hat immer in Frauenfeld gewohnt und war mit der Stadt sehr verbunden.

Das zeigte sich auch in seinem Testament: «Die Vermögenswerte werden zu 50 Prozent dem kantonalen Amt für Archäologie in Frauenfeld und zu 50 Prozent der Kantonsbibliothek in Frauenfeld zugeteilt. Ich würdige damit den Beitrag des Kantons Thurgau an der Grundsteinlegung meiner Karriere», schrieb er 2008. Einzige Bedingung an der Vergabe ist die Sicherstellung der Grabpflege.

Wissen erhalten und verbessern

«Weshalb der Erblasser genau diese beiden Ämter in seinem Testament bedacht hat, bleibt offen», schreibt der Kanton Thurgau. Kantonsbibliothekar Bernhard Bertelmann: «Einen Nachlass, wie wir ihn von Walter Enggist erhalten haben, ist in der Geschichte der Kantonsbibliothek ein einmaliges Ereignis.» Das Geld soll dazu beitragen, «den Zugang zu Wissen und Bildung im Kanton Thurgau zu erhalten und zu verbessern».

Als konkretes Beispiel erwähnt Bertelmann die Erschliessung und Digitalisierung von Handschriften, Inkunabeln und anderen wertvollen historischen Buchbeständen.

«Im Moment herrscht Freude»

Kantonsarchäologe Hansjörg Brem sagt: «Im Moment herrscht vor allem Freude.» Brem will das Geld bei Untersuchungen in den historischen Altstädten, bei naturwissenschaftlichen Analysen oder Forschungskooperationen einsetzen.  «Die neuen Mittel werden es erlauben, das reiche thurgauische Kulturerbe besser zu erschliessen und für Lehre und Forschung zur Verfügung zu stellen.» Ausserdem werde es nun vermehrt möglich sein, «einheimischen Nachwuchs mittels Praktika und befristeten Einsätzen auszubilden».

Über die genaue Höhe der Erbschaft kann noch keine Auskunft gegeben werden. «Nach den vorliegenden Unterlagen ist mit einem Gesamtbetrag von rund 6 Millionen Franken zu rechnen», schreibt der Kanton.


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