Katastrophenstimmung unter ostasiatischen Schiffsbauern

Sicherheitskräfte tragen Opfer der Geiselnahme in Bamako, Mali, aus dem Hotel Radisson. Unter den Geiseln waren Menschen aus 14 Nationen. Mindestens 27 Menschen starben, melden die Sicherheitskräfte.
Sicherheitskräfte tragen Opfer der Geiselnahme in Bamako, Mali, aus dem Hotel Radisson. Unter den Geiseln waren Menschen aus 14 Nationen. Mindestens 27 Menschen starben, melden die Sicherheitskräfte. © KEYSTONE/EPA/STR
Korea, Japan und China haben den weltweiten Schiffbau nahezu unter sich aufgeteilt. Für alle anderen Schiffbaunationen bleiben nur Nischen. Nun schlägt der Markt zurück.Die Schiffbaumärkte sind weltweit in eine bedrohliche Krise geraten.

Überkapazitäten, schwache Nachfrage und der niedrige Ölpreis verursachen bei den Grosswerften in Asien Milliardenverluste, wie der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) in Hamburg berichtet.

“Zwei der grössten maritimen Marktsegmente, die Frachtschifffahrt und die Offshore Öl- und Gasindustrie, leiden unter schwachen Preisen und damit unter geringen Investitionen in neue Anlagen”, sagte Hauptgeschäftsführer Reinhard Lüken. “In grossen Schiffbaunationen wie China und Südkorea herrscht Katastrophenstimmung.”

Nach einer Analyse des europäischen Schiffbauverbandes SEA Europe (Ships & Marine Equipment Association) haben die drei grossen koreanischen Schiffbaukonzerne Hyundai, Daewoo und Samsung in den ersten neun Monaten dieses Jahres mehr als 6 Milliarden Dollar verloren. Die Auftragseingänge für die koreanischen Riesenwerften blieben deutlich unter den Erwartungen. Stattdessen wurden Aufträge storniert, speziell rund 70 Offshore-Anlagen.

Die chinesische Schiffbauindustrie traf es noch härter: Sie verzeichnete in den ersten fünf Monaten des Jahres einen Auftragsrückgang für Neubauten von mehr als drei Vierteln, gemessen am gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Werften ist in China mittlerweile rückläufig; es sind aber immer noch mehr als 1400 Betriebe. Auch die chinesischen Werften arbeiten mit Verlust, werden aber – wie die koreanischen – staatlich gestützt.

Die asiatischen Werften dominieren auch in der Krise weiterhin die Schiffbaumärkte. Im ersten Halbjahr 2015 wurden weltweit 865 Schiffe bestellt, halb so viel wie in den beiden Vorjahren.

Gemessen an den gewichteten Bruttotonnen, die auch die Wertschöpfung einbeziehen, kehrte Korea mit einem Marktanteil von 32 Prozent an die Spitze der Schiffbauländer zurück. Der Marktanteil Chinas sank deutlich von über 30 auf 24 Prozent und reicht nur noch für den dritten Platz hinter Japan mit 27 Prozent. Insgesamt kommen die drei Länder damit aber weiterhin auf 93 Prozent Anteil am weltweiten Schiffbau.

(SDA)


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