Mindestens 16 Tote bei Taliban-Vergeltungsanschlag in Pakistan

Ein Verletzter wird nach dem Bombenanschlag in ein Spital gebracht.
Ein Verletzter wird nach dem Bombenanschlag in ein Spital gebracht. © KEYSTONE/EPA/ARSHAD ARBAB
Bei einem Selbstmordanschlag pakistanischer Taliban sind im Nordwesten des Landes 16 Menschen getötet worden. Darunter seien zwei Polizisten, sagte ein Sprecher der Polizei am Montagnachmittag (Ortszeit). Alle anderen seien Zivilisten. Auch sechs Frauen seien ums Leben gekommen.

Mehr als zwei Dutzend Menschen wurden demnach verletzt. Der Täter hatte sich am Vormittag am Tor des Gerichtsgebäudes in Shabqadar in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa in die Luft gesprengt. Laut Polizei trug er rund acht Kilogramm Sprengstoff bei sich.

Zu der Tat bekannte sich die Taliban-Splittergruppe Jamat-ul Ahrar. Ihr Sprecher Ehsanullah Ehsan sagte in einer Mitteilung auf seiner Facebookseite, der Angriff sei ein Racheakt für die Exekution von Mumtaz Qadri gewesen.

Qadri hatte 2011 Salman Taseer, den liberalen Gouverneur der grössten pakistanischen Provinz Punjab, mit 28 Schüssen auf einem Marktplatz in Islamabad getötet. Dieser hatte zuvor die strengen und oft missbrauchten Blasphemiegesetze des Landes kritisiert und eine wegen Gotteslästerung zum Tod verurteilte Christin verteidigt.

Qadri war für die Tat von konservativen und religiösen Pakistanern als Held gefeiert worden. Am vergangenen Montag hatte die Regierung ihn hinrichten lassen. Zu Qadris Begräbnis kamen Zehntausende.

Talibansprecher Ehsan sagte: “Die Gerichte Pakistans sind für uns Ziele, weil sie gegen das islamische Scharia-Gesetz entscheiden.”

Shabqaddar liegt an der Grenze zum Stammesgebiet Mohmand, wo Kämpfer im Februar neun Polizeibeamte getötet hatten. Im Januar stürmten Taliban-Rebellen das Gelände der Bacha-Khan-Universität in Charsadda und töteten mindestens 21 Menschen.

(SDA)


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