«Mir fehlen die Worte»

Antonio Mente freut sich, endlich wieder als Schuhmacher zu arbeiten.
Antonio Mente freut sich, endlich wieder als Schuhmacher zu arbeiten. © TVO/Melanie Finschi
Der Schumacher Antonio Mente aus Weinfelden hat bei einem Brand kurz vor Weihnachten alles verloren. Fast zwei Monate nach dem Brand kann er nun seine Schuhwerkstatt wieder eröffnen. Die Bürgergemeinde vermietet ihm einen passenden Raum. Die Freude ist riesig.

Der Schuhmacher Antonio Mente kann sein Glück noch kaum fassen. Endlich kann er wieder seiner Tätigkeit als Schuhmacher nachgehen: «Ich habe keine Worte. Ein einfaches Danke reicht nicht aus. Ich habe keine Worte», sagt er gegenüber TVO in gebrochenem Deutsch. Seine Augen glänzen während er im neuen Geschäft an der Amriswilerstrasse ein paar Schuhe poliert. Die Bürgergemeinde hat Mente das Geschäft in der Nähe des Gasthauses zum Trauben zur Verfügung gestellt. Das Gebäude stand seit dem Auszug des Spielsalons leer. Eine Stiftung übernimmt die Mietkosten.

Antonio Mente ist eine Institution

Die Schreinerei Brüschweiler & Schadegg hat das neue Geschäft eingerichtet: «Antonio Mente ist ein Urgestein in Weinfelden. Für uns war von Anfang an klar, dass wir Hilfe anbieten wollen», sagt der Projektleiter Roger Schadegg.

Hilfe hat die Familie Mente auch von Guido Scherrer bekommen. Da das alte Haus seit dem Brand am 22. Dezember nicht mehr bewohnbar ist, musste die Familie eine andere Bleibe suchen. Diese hat sie Dank Guido Scherrer gefunden. «Unsere Eltern wohnen nicht mehr in ihrer Wohnung. Dadurch hatten wir eine leer stehende Wohnung. Das war der ideale Zeitpunkt, um die Familie Mente zu unterstützen und ihnen die Wohnung zur Verfügung zu stellen.»

Auch Philipp Portmann, Präsident der Fachgeschäfte in Weinfelden, besucht Antonio Mente im neuen Geschäft: «Herr Mente hat eine riesige Bedeutung für Weinfelden. Er ist eine Institution. Bereits mein Schwiegervater hat all seine Schuhe in den Laden gebracht.»

Mente möchte der Gemeinde etwas zurück geben

Kunden hat es bei der Eröffnung viele. Sie alle freuen sich für Antontio Mente, gratulieren oder wünschen ihm einfach einen guten Start. «Für mich ist das ein grosser Erfolg», sagt Mente, nie hätte er gedacht, dass er die Arbeit so früh wieder aufnehmen kann.

«Ich wusste gar nicht mehr was ich tun soll. Ich war stets im Restaurant und ging meiner Frau auf den Wecker», sagt er schmunzelnd. Nun könne er wieder das tun, was er gerne macht und der Familie helfen: «Mir geht es nicht um das Geld, aber ich brauche es für meine Familie.»

Wann die Familie Mente zurück in ihr Haus kann, ist noch nicht klar. Für Antonio Mente stand aber stets ausser Frage, das Haus und seine Werkstatt aufzugeben. «Wir werden alles wieder genau so bauen, wie es vor dem Brand war.»

Familie Mente verlor ihr ganzes Hab und Gut

Der Brand am 22. Dezember brach in der Werkstatt des Hauses aus. Verletzt wurde niemand. Dennoch verursachte das Feuer einen Schaden von mehr als 100’000 Franken – das Gebäude wurde unbewohnbar. Die Familie Mente verlor ihr ganzes Hab und Gut. Die Solidarität in Weinfelden war von Anfang an gross. Es wurde Geld gespendet und der Familie Kleider zur Verfügung gestellt. Mit der Wiedereröffnung des Geschäftes möchte er der Gemeinde etwas zurück geben: «Ich bin es meinen Kundinnen und Kunden schuldig, weil diese nach der Katastrophe so grossartig geholfen haben.»

(abl/Melanie Finschi)

Der TVO-Beitrag über den Neuanfang von Antonio Mente:


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