Mit Bello ins Kino gehen

Hunde dürfen weiter als nur auf den Roten Teppich.
Hunde dürfen weiter als nur auf den Roten Teppich. © Alberto E. Rodriguez/Getty Images
Bald kommt der Film “The Secret Life of Pets” in die Kinos. Die Idee eines Rapperswiler Kinos für die Vorpremiere hat schon für viel Furore gesorgt: Das Kino lädt die Besucher nämlich ein, das Haustier gleich mitzubringen.

Viele Menschen lieben das Kino. Nun können sie ihrem geliebten Haustier das gleiche Erlebnis ermöglichen. Zur Schweizer Vorpremiere des animierten Tierfilms “The Secret Life of Pets” (“Das geheime Leben der Haustiere”) am 27. Juli hat das Kino “Kinobar Leuzinger” in Rapperswil einen besonderen Event organisiert: Die Kinobesucher dürfen ihr Haustier zur Vorstellung mitbringen.

Viel Aufmerksamkeit

Hunde, Katzen und andere Kleintiere wie Hamster oder Ratten sind erlaubt – solange die Tiere stubenrein sind. Auch Vögel in Käfigen oder den Goldfisch im Aquarium darf man mitbringen. “Wir haben schon einige Reservationen, auch von weiter weg”, sagt Cécile Simoness, Leiterin Marketing und Events bei der Kinoevent GmbH. Sie geht davon aus, dass viele Gäste auch ohne tierische Begleitung kommen werden. “Es gab viel Rummel in den Medien um den Anlass, mehr als wir erwarteten.”

Tierschutz: unzumutbare Situation

Tierschützer sind nicht begeistert von der Aktion. Janine Cirini, Kampagnenmitarbeiterin bei der Tierschutzorganisation Vier Pfoten, hat massive Bedenken. “Der Veranstalter zählt auf die Eigenverantwortung des Besitzers. Viele Menschen denken eine solche Aktion aber nicht durch. Es ist jedoch eine Situation, die kein Tier kennt”, sagt sie.

Alleine die Dunkelheit im Kino, die Geräuschkulisse mit der Dolby-Surround-Anlage und die Masse an Gerüchen sei unzumutbar. “Tiere nehmen Gerüche viel ausgeprägter wahr als Menschen”, sagt Cirini. Das gehe oft vergessen. “Wenn zwei Tiere ‘ausrasten’ oder bellen und wegrennen, dann kann diese Aktion in ein Chaos ausarten.” Als verantwortungsbewusster Tierhalter mache man so etwas nicht.

Zudem sei die Reinigung problematisch, da sich Tierhaare sehr hartnäckig in den Textilien halten. “Für starke Allergiker ist dieses Kino nach dieser Premiere mindestens einige Tage tabu.”

Kino wehrt sich gegen Kritik

“Wir hatten schon zuvor Gäste, die mit ihrem Hund gekommen sind, und haben dabei nie schlechte Erfahrungen gemacht”, antwortet Simoness auf die Vorwürfe. Die Tierbesitzer wüssten ziemlich gut, was sie ihrem Tier zumuten können und was nicht.

Fachleute seien vor Ort, die bei exotischen Tieren entscheiden, wer rein darf und wer nicht. “Wenn sich jemand einen Zoo bei uns im Kino vorstellt, dem geht wohl die Fantasie etwas durch”, sagt Simoness.

Nicht mehr Dreck mit Tieren

Auch wegen der Reinigung gibt es laut Simoness keinen Grund für Bedenken. “Wer glaubt, dass Tiere mehr Dreck verursachen als die Menschen, der täuscht sich”, sagt sie. Ein Beispiel: Bei drei ausverkauften Vorstellungen am Wochenende bei einem eher jungen Publikum sehe der Kinoraum schlimm aus: Ausgeleerte Getränke und Glacé am Boden, Popcorn verstreut. “Nach der Reinigung sieht das Kino wieder wie vorher aus, und das wird auch nach der Tiervorstellung so sein.”

(lak)


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