Mit Blaulicht durch die Nacht

In der zweiten Staffel von «Mensche i de Ostschwiz» dreht sich alles um Nachtmenschen. Die drei Protagonisten – ein taxifahrender Landwirt, ein Fotograf und ein Grenzwächter – haben eines gemeinsam: sie sind dann unterwegs, wenn die Ostschweiz schläft.

Für Landwirt Thomas Zellweger aus Teufen ist heute ein wichtiger Tag: Heute werden die ersten zehn Lämmchen geliefert. Doch die Schafe sind um einiges jünger und kleiner, als er gedacht hat. Das grosse Problem: Bei den Schafen handelt es sich um die kleinste europäische Rasse. Wachsen werden die Tiere kaum mehr. Dem 28-Jährigen wird bewusst, dass er das Inserat vielleicht doch etwas genauer hätte lesen sollen: «Jetzt machen wir das beste daraus», sagt er.

Auch an diesem Abend steigt der Landwirt wieder in sein Taxi, um finanziell über die Runden zu kommen, weil die Arbeit auf dem Hof zu wenig einbringt. Doch auch beim Taxifahren werde das Geschäft immer härter, sagt Zellweger, weil die Konkurrenz immer grösser werde.

Eine Nacht im Zelt

Der Fotograf Simon Kaufmann ist bei Einbruch der Dunkelheit auf dem Weg Richtung Kamor, um den Hohen Kasten zu fotografieren. Mit dem richtigen Equipment entstehen in dieser Nacht atemberaubende Bilder einer Bergwelt, wie sie von blossem Auge nicht zu erkennen ist. «Heute ist eine optimale Nacht, man sieht die Milchstrasse sehr gut», sagt Kaufmann. Langsam wird es auf dem Kamor kalt. Doch für den Appenzeller ist das nichts Aussergewöhnliches. «Ich war schon bei stürmischem Wetter auf dem Hohen Kasten als es Minus 22 Grad kalt war», erzählt Kaufmann und schlüpft in sein Expeditionszelt.

Alter Mann auf der Autobahn

Andrea Schmid aus Domat-Ems ist seit 17 Jahren bei der Grenzwache. Kaum hat die Nachtschicht begonnen, werden Schmid und sein Arbeitskollege zum ersten Einsatz gerufen. Ein Mann sei bei einer Polizeikontrolle geflüchtet. Mit Blaulicht und Sirene geht es in Richtung Schaanwald. Der Puls steigt. «Bei flüchtigen Personen weiss man nie, was einen erwartet. Es kann sein, dass die Person gefährlich ist, aber es kann auch sein, dass es sich nur um eine betrunkene Person handelt», erklärt Andrea Schmid.

Eine andere Grenzwache-Equipe hat einen Mann geschnappt. Doch es nicht der Gesuchte. Die Suche geht weiter. Doch dann werden die Beiden zum nächsten Einsatz beim Rastplatz bei St.Margrethen gerufen: Auf der Autobahn befindet sich ein älterer Mann aus Ungarn, der per Autostop nach Hause gelangen will. Andrea Schmid verständigt die Polizei, da der Mann trotz einer Einreisesperre in die Schweiz eingereist ist.

In der zweiten Staffel «Nachtmenschen» begleitet TVO drei Ostschweizer, die nachts ganz besonderen Tätigkeiten nachgehen. Ob im Taxi, auf dem Bauernhof, mit Blaulicht auf Ostschweizer Strassen oder in atemberaubender Kulisse im Alpstein – die Kamera ist hautnah dabei. Nachtmenschen erzählt die Geschichten dreier nachtaktiver Menschen. Die zweite Folge gibt’s diesen Sonntag ab 18.15 Uhr auf TVO. Nachschauen kann man alle Folgen hier.

(red.)


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