Mit den “falschen” Eltern aufgewachsen

Mit den “falschen” Eltern aufgewachsen
© KEYSTONE/Gaetan Bally
Die Geschichte ist kaum zu glauben: Kristina wurde im Reagenzglas gezeugt, doch dem Arzt passierte 1990 ein Fehler. Die Eizellen wurden vertauscht und Kristina wächst bei “fremden” Eltern am Bodensee auf. Nun sucht sie ihre leiblichen Eltern. 

Kristina ist Schweizerin und lebt laut einem Artikel im “Spiegel” am Schweizer Bodenseeufer. Sie ist 25 Jahre alt, schlank und 1,66 gross. Doch wer hat ihr dieses Aussehen vererbt? Woher hat sie ihre Augen, ihre Haare? Von den Personen, mit denen sie aufgewachsen ist, von denen sie immer gedacht hat, sie seien ihre Eltern, hat sie es auf jedenfalls nicht. Bei der künstlichen Befruchtung wurden die Eizellen vertauscht. Seit einem DNA-Test hat sie Gewissheit.

Klinik kann sich den Fehler nicht erklären

Gezeugt wurde Kristina in einem Reagenzglas der Bregenzer Klinik IVF Zentren Doktor Zech. Seit 1985 bietet die Klinik kinderlosen Paaren an, sich künstlich befruchten zu lassen. Laut dem Artikel soll Zech Kristina knapp eine halbe Million Euro angeboten haben, damit sie mit ihrer Verwechslungsgeschichte nicht an die Medien geht. Kristina lehnt ab. Sie will lieber ihre richtigen Eltern kennenlernen, als soviel Geld zu besitzen.

“Ich wüsste überhaupt nicht, wie ich das ausgeben soll”, wird sie zitiert. Die Klinik gibt die Verwechslung zu. Der Doktor habe ohne seine Lesebrille die Aufschrift auf der Petrischale nicht richtig lesen können. Dann wurde Kristinas Mutter die befruchtete Eizelle eines anderen Paares eingesetzt. Laut dem Anwalt der Klinik soll Kristina aber ein Einzefall sein: “Eine zweite Verwechslung ist ausgeschlossen.”

Kristina will Gewissheit

Kristinas Anwalt fordert endlich Klarheit und fordert den Arzt auf, die Namen aller Paare herauszugeben, die im Sommer 1990 bei ihm eine künstliche Befruchtung vorgenommen haben. All diese Paare kämen damit als biologische Eltern von Kristina in Frage. Drei Paare wurden bereits überprüft, alle negativ. Kristina bleibt die Hoffnung, aber auch die Angst. An das Unvorstellbare will sie gar nicht erst denken: Niemals herauszufinden, wer ihre leiblichen Eltern sind.

(red)

 


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