«Mit dieser Mannschaft darf man nicht absteigen»

«Mit dieser Mannschaft darf man nicht absteigen»
© KEYSTONE/Gian Ehrenzeller
Im ersten Spiel der Rückrunde trifft der FC St.Gallen auswärts auf seinen Angstgegner Vaduz. So schätzt die Sportchefin des «St.Galler Tagblatts» die aktuelle Lage der Espen ein. 

Die Winterpause ist praktisch vorbei, für den FC St.Gallen gilt es bald wieder ernst. Die St.Galler haben in den letzten Partien der Hinrunde bis zuletzt eine akzeptable Leistung gezeigt und konnten auf dem sechsten Platz überwintern. Der Zeitpunkt der Winterpause kam in Anbetracht der guten Leistungen allerdings ein bisschen im falschen Moment, sagt «Tagblatt»-Sportchefin Patricia Loher: «Genau in der Phase, in der sich die Mannschaft endlich wieder einmal gefunden und stabilisiert hat, kam die Winterpause.»

Es liegt viel Potenzial drin

«Ich bin der Überzeugung, dass man aus dieser Mannschaft noch viel herausholen kann», sagt Loher. Schaue man sich die Mannschaft auf dem Papier an, sei sie nicht schlecht. Loher geht noch einen Schritt weiter: «Mit dieser Mannschaft darf man nicht in den Abstiegskampf geraten. Dazu ist mit Tranquillo Barnetta eine gewisse Identifikationsfigur zurück ins Kader gekommen.»

Patricia Loher, Leiterin Sportredaktion St.Galler Tagblatt

Patricia Loher, Leiterin Sportredaktion «St.Galler Tagblatt»

Die Sache mit der Grösse

Gut 20 Spieler stehen Cheftrainer Joe Zinnbauer anfangs der Rückrunde zu Verfügung. Man darf argumentieren, dass diese Zahl gegebenenfalls ein wenig tief anmuten lässt. Das sieht Patricia Loher anders: «Anfangs wurde St.Gallen gar vorgeworfen, ein zu grosses Kader zu haben.» Die Anzahl Spieler dürfte nach der «Tagblatt»-Sportchefin reichen, zumal der FC St.Gallen nur in einem Wettbewerb belastet ist.

Die Sache mit den Stürmern

Buess, Ajeti und Aleksic. Diese drei Stürmer stehen Joe Zinnbauer auch in der Rückrunde zur Verfügung. Chabbi und Bunjaku. Diese beiden Stürmer haben den FC St.Gallen in Richtung Österreich und Deutschland verlassen. «Falls sich jetzt ein Stürmer verletzt, ist der FC St.Gallen ein wenig knapp dran», so Loher. Doch sie kann sich gut vorstellen, dass der Cheftrainer sich nun auch am Nachwuchs bedient. «Boris Babic könnte bestimmt einige Male in die Bresche springen, falls Feuer im Dach ist.» Eigentlich müsse ein Stürmer her, der richtig passt. Erschwerend hinzu kommen die schwierigen Umstände in der Winterpause: «Im Winter einen anständigen Spieler zu finden, ist nicht einfach.»

Barnetta ist ein Zugpferd

Die Rückkehr des Notkersegglers Tranquillo Barnetta aus dem internationalen Fussballzirkus hat national Wellen geschlagen. Der Druck auf Barnetta ist dementsprechend enorm. Enorm für Schweizer Verhältnisse, so Loher: «Barnetta ist sich aus der Bundesliga und aus der Major League Soccer ganz anderen Druck gewohnt. Der macht das mit links.» Allenfalls wird die Rückkehr des Urgesteins, der seine Karriere ebenda beenden will, wo sie begonnen hat, ein zusätzlicher, mächtiger Ansporn für seine Mitspieler sein: «Ich kann mir gut vorstellen, dass der eine oder andere Spieler sich von der Rückkehr Barnettas ein wenig vergessen fühlt und nun doppelt Gas gibt», sagt Loher.

Die Sache mit Vaduz

Dass der erste Gegner der Rückrunde ausgerechnet Vaduz heisst, ist wohl der Wille des Fussballgotts. Oder der des Super-League-Planers. Zweifelsohne wird das Auswärtsspiel in Liechtenstein eine Partie, die die Weichen stellen wird, sagt Loher: «Wenn es endlich einmal gelingt, diese Negativserie zu durchbrechen, dann könnte das in den Köpfen der Spieler etwas auslösen. Ein Sieg in Vaduz würde allen so, so gut tun.» Ja, das würde er.

(saz)


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