Mit einer Puppe zum Orgasmus

Von Lara Abderhalden
Eine Puppe ganz aus Silikon kostet 550 Franken für zwölf Stunden.
Eine Puppe ganz aus Silikon kostet 550 Franken für zwölf Stunden. © Real Doll Schweiz
Ein Escort-Service in Kaltbrunn bietet Silikon-Sexpuppen zum Ausleihen an. Statt in ein Puff zu gehen, kann man sich eine Liebespuppe für mehrere Stunden ausleihen. Am beliebtesten ist die Blondine mit blauen Augen.

Eine perverse, primitive Idee zweier St.Galler oder eine Innovation, welche das Sex-Business revolutioniert? Die meisten mögen wohl ersteres denken. Dabei wollen die Gründer des Puppen-Escort-Services «Real Doll Schweiz» genau das Gegenteil bewirken: «Wir wollen eine Alternative zur Zwangsprostitution schaffen», sagt Vladrin Nikaj, einer der Geschäftsführer, gegenüber «20 Minuten». Ausserdem soll der Puppen-Escort jenen dienen, die nicht so einfach in ein Puff gehen können. «Nur weil man alt ist oder eingesperrt, verschwinden die sexuellen Bedürfnisse nicht», erklärt Nikaj.

Männer ab 40 mieten Puppen

Es gibt tatsächlich einen Markt für diese Puppen: «Momentan bemerken wir einen Trend bei Männern ab 40 Jahren», so die Unternehmer. Der Kaltbrunner Puppen-Service hat auch ein männliches «Objekt der Begierde» im Angebot, dieses werde aber nur selten ausgeliehen. Den beiden Unternehmern ist bewusst, dass sich ihre Kundschaft nicht nur auf Puppen beschränkt. Klar gebe es auch Fetischisten, aber die Mehrheit der Männer nutze die Puppen als Ergänzung zum Geschlechtsverkehr mit einem realen Menschen – wie etwa ein Sex Toy.

«Am beliebtesten ist die Blondine mit den blauen Augen», so der zweite Betreiber, Valentin Marjakaj, gegenüber «20 Minuten». Die lebensgrossen Liebespuppen werden von einer Firma in den USA aus Silikon hergestellt. Nikaj und Marjakaj sind im Besitz zweier weiblicher Sexpuppen. Die Augenfarbe kann man auswählen, Haarfarbe und -länge sowie das Kostüm. «Wir haben unterschiedliche Dessous, ausserdem gibt es die Puppen als Polizistin, Krankenschwester oder Putzfrau.»

Zwölf Stunden Puppen-Sex für 550 Franken

Zwölf Stunden Zweisamkeit mit einer Silikon-Frau kosten 550 Franken. Will man die Puppe ganze 24 Stunden für sich haben, so zahlt man dafür stolze 950 Franken. Wer uneingeschränkt Sex mit einer Puppe haben möchte, kann sich eine solche für 10’000 Franken kaufen.

Keine Mogelpackung

Dafür ist man, Zitat Webseite, «mit einer Liebespuppe vor unliebsamen Überraschungen sicher». Eine Puppe bediene sich weder am Portemonnaie, noch beklage sie sich über üble Sexpraktiken. Mit einer Sexpuppe habe man alle Zeit der Welt. Und man bekomme keine Mogelpackung untergejubelt. «Von der Körper- bis hin zur Körbchengrösse wissen Sie genau, was Sie für Ihr Geld bekommen. Und auch die Brüste Ihres Püppchens sind garantiert echt – nämlich aus echtem Silikon», steht auf der Webseite des Escort-Services.

Ausserdem bewegen sich die Puppen, laut Nikaj, wie normale Menschen. Sie seien mit einem Metall-Skelett und Haut aus Silikon ausgestattet und deshalb flexibel: «Das Skelett innerhalb der Puppe ermöglicht fast alle Bewegungen, die der menschliche Körper ausführen kann.»

«Im Hotel mit der Doll ausgetobt»

Und genau das wird von den Kunden auch geschätzt. Auf der Webseite gibt es diverse Bewertungen. So heisst es beispielsweise: «Bei der Puppe kann man seine Fantasie richtig ausleben, sie hat ein gutes Gewicht, so kann man alle Sexstellungen machen.» Ein anderer Kunde findet: «Ich habe die Doll am Wochenende getestet. Ich war im Hotel und konnte mich das ganze Wochenende austoben.» «Einfach nur geil», ist weiter zu lesen, «die Sexpuppe war bis jetzt meine beste Investition.»

Nach jedem Gebrauch wird geputzt

Dass man mit der Puppe gleich noch einen Tripper vom Vorgänger kauft, könne nicht passieren: «Die Puppe verfügt über herausnehmbare und gut zu reinigende Einsätze im Intimbereich.» Jede Puppe werde nach dem Gebrauch gründlichst gereinigt. Es gebe ein Übergabeprotokoll, ähnlich wie bei Autos: «Die Puppen werden sowohl vor dem Liefern und auch nach dem Abholen gereinigt», so Nikaj. Dafür gebe es ein spezielles Reinigungsset, ausserdem werde die Pupe desinfiziert und gepudert.

Vorsicht, Puppe redet nicht!

Die Escort-Betreiber weisen auch auf die Nachteile ihrer Sexpuppen hin. So könne man mit den «Real Dolls» keinen zwischenmenschlichen Kontakt aufbauen. Man könne keine Gespräche führen und eine Puppe beteilige sich nicht aktiv am Sex. «Sie müssen sie in die gewünschte Position bringen und müssen, wenn Sie Streicheleinheiten oder einen frechen Klaps wollen, die Hand Ihrer ‹Real Doll› führen», steht auf der Webseite. Ausserdem sei auch eine Puppe nicht unendlich belastbar. Auch ihre «Gelenke» und «Knochen» seien brechbar.

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