Mit Helikoptern gegen den Frost

Symbolbild Weinlese im Bündnerland
Symbolbild Weinlese im Bündnerland © KEYSTONE/Gian Ehrenzeller
Im Bündnerland könnte in der Nacht auf Donnerstag der ganze Weinjahrgang 2016 kaputt gehen. Von der Kälte zerstört. Die Winzer wollten deshalb auf Hilfe aus der Luft setzen, nur leider wurden die Helikopterflüge vom Bund nicht bewilligt. Hinzu kommt, dass bei diesen Temperaturen die Reben auch durch Helikopter nicht mehr zu retten wären. Ein kleiner Funken Hoffnung bleibt.

Ein so kalte Nacht und das Ende April hat es schon lange nicht mehr gegeben: Minus eins Grad in Malans, Fläsch und Maienfeld, Minus zwei Grad in Jenins. Frost wird prognostiziert. Nicht nur wir Menschen frieren, sondern auch die Weinreben: “Bei diesen Temperaturen droht uns ein Ernteausfall zwischen 30 und 80 Prozent”, so Leonhard Kunz von der Geschäftsstelle Graubünden Wein. Eine Horror-Nacht für alle Winzer stehe bevor: “Seit 1981 hat so eine kalte Nacht nicht mehr gegeben.” Der Frost sorgt bei den Reben dafür, dass diese nicht mehr wachsen können.

Eine Hoffnung blieb den Winzern: Mit Helikopterflügen sollte die Kälte in der Höhe bleiben und nicht bis zu den Reben dringen: “In dem in der Höhe Luft herumgewirbelt wird, kann die Kälte nicht bis zum Boden dringen”, so Kunz. Fünf Helikopter sollten den Grosseinsatz ausführen.

 

Grosseinsatz im Bündnerland

Leider kam alles anders. Der Bund hat die entsprechenden Helikopter nicht erlaubt.  Die Bewilligung wurde zurückgezogen: “Wir dürfen in dieser Nacht nicht fliegen”, sagt Leonhard Kunz. Nebst der fehlenden Bewilligung habe auch das Wetter den Heli-Flügen einen Strich durch die Rechnung gemacht: “Ein Helikoptereinsatz ist nur sinnvoll, wenn es in der Höhe wärmer ist als am Boden, so kann die Wärme zum Boden gelangen”, dies sei heute leider nicht der Fall gewesen. Den Bauern bleibt lediglich das Hoffen, dass nicht die gesamte Weinernte flöten geht.

Frostkerzen sollen es richten

Das einzige, worauf die Winzer jetzt noch setzen können sind Frostkerzen: Weisse mit Wachs gefüllte Metallkübel. Allerdings sind die meisten Frostkerzen in Graubünden vergriffen. Es werde nun versucht, Frostkerzen aus anderen Kantonen zu beschaffen. Pro Hektare werden rund 200 Frostkerzen benötigt. Diese sollen laut Kuhn kurz nach Mitternacht angezündet werden. Die kältesten Temperaturen werden nachts zwischen 3 und 8 Uhr erwartet. Erst morgen könne man sagen, welche direkten Auswirkungen die kalte Nacht hatte.

(abl)


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