Mit Kerzen gegen die Kälte

Mit Frostkerzen sollen Schäden an den Reben in Zukunft verhindert werden.
Mit Frostkerzen sollen Schäden an den Reben in Zukunft verhindert werden. © EPA/GIAN EHRENZELLER
Im Kanton Graubünden sorgt die Kälte derzeit wieder für Probleme beim Weinanbau. Aus diesem Grund testete das Amt für Natur und Umwelt Kerzen in einem Fläscher Rebberg. Die Bilder sind atemberaubend.

In der zweiten Aprilhälfte 2016 und 2017 traten Spätfröste im Bündner Rheintal auf, die zu Schäden an den Reben führten. «Um das Schadensmass möglichst gering zu halten, trafen die Winzer damals verschiedene Frostschutzmassnahmen», schreibt der Kanton Graubünden in einer Mitteilung. Messungen der Temperatur und der Wirkung der einzelnen Methoden fehlten jedoch.

Test in einem Feld in Fläsch

Deshalb führen nun der Plantahof und das Amt für Natur und Umwelt Ende März oder anfangs April Befeuerungsversuche im Fläscher Feld durch. Am frühen Donnerstagmorgen wurde das Feld erstmals «angezündet». Für einen optimalen Test wird die Befeuerung bei Temperaturen unter null Grad und in einer klaren Nacht durchgeführt. An 30 verschiedenen Stellen haben die Verantwortlichen sogenannte «Daten-Logger» aufgebaut, welche die Temperaturen, sowie die Feinstaubbelastung messen.

Zweiter Test am Freitagmorgen

Während fünf Nächten werden Frostkerzen, Briketts und der FrostGuard (ein Gerät, das warme Luft in die Reben bläst) eingesetzt. Konkret werden jeweils 300 und 600 Frostkerzen, respektive Briketthaufen à zehn Stück pro Hektare getestet. «Es sieht jeweils spektakulär aus», schwärmt Hans Jüstrich von der Fachstelle Weinbau Plantahof. Diese Bilder sprechen für sich:

 

Mit den Versuchen werden zwei Zwecke verfolgt. Erstens liefern sie konkrete Werte über die Temperaturen in Abhängigkeit der Massnahmen. Zweitens geht es darum, den Winzern konkrete Empfehlungen bei künftigen Frostereignissen abgeben zu können. In den kommenden Tagen finden bei Minustemperaturen in der Nacht immer wieder Tests auf der gleichen Parzelle statt.

(saz/pd)


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