“Mit positiver Einstellung ist viel zu erreichen”

Vladimir Petkovic blickt der WM-Ausscheidung optimistisch entgegen
Vladimir Petkovic blickt der WM-Ausscheidung optimistisch entgegen © KEYSTONE/ENNIO LEANZA
Vladimir Petkovic will den französischen EM-Geist konservieren und peilt gleichzeitig neue Ziele an. Statements und Souvenirs vor dem Schweizer Start zur WM-Qualifikation.

65 Tage nach dem EM-Achtelfinal-Out gegen Polen sensibilisiert Vladimir Petkovic die Schweizer Equipe auf die bevorstehende WM-Ausscheidungs-Kampagne. Der Tessiner Taktgeber spricht zu Beginn des zehntägigen SFV-Camps von einem “neuen Zyklus und neuen Aufgaben. Ich werde mit der Mannschaft im ersten Gespräch eine Türe schliessen und eine neue öffnen.”

Die unmittelbare Vergangenheit soll aber gleichwohl eine massgebliche Rolle spielen. Die Zeit in Frankreich, die mehrwöchige Vorbereitung, taxiert der Coach als wichtige Basis zur Fortführung der Arbeit. Im Zusammenhang mit der vergangen Endrunde kommt ihm durchwegs Positives in den Sinn: “Unsere Teamleistung, der beeindruckende Zusammenhalt, der Rhythmus.”

Mit Blick auf den schwierigen Auftakt in Basel gegen den Europameister Portugal will Petkovic zeitnah das gute Gefühl der Gruppe wieder aufbereiten. Er ist überzeugt, dass mit einer “positiven Einstellung, mit der Bereitschaft, mit vollem Herz dabei zu sein, viel zu erreichen ist”.

Nur mit dem Drama im Penaltyschiessen gegen die im Viertelfinal gegen Portugal ausgeschiedenen Polen beschäftigte sich der Schweizer Selektionär nicht mehr allzu oft. Klar ist und bleibt für ihn: “Wir hätten verdient gehabt, mehr zu erreichen.”

Petkovic vertraut dem Stamm seiner EM-Selektion. Ausser dem verletzten Xherdan Shaqiri fehlt keine Schlüsselfigur. Von den personellen Spekulationen um den FIFA-Neuling Kosovo ist die Schweiz auf höchster Ebene definitiv nicht betroffen. “Ich habe niemanden überzeugen müssen, bei uns weiterzumachen”, lächelt Petkovic.

Anders als bei der persönlichen SFV-Ouvertüre vor zwei Jahren – die Schweiz startete mit Niederlagen gegen England (0:2) und Slowenien (0:1) in die EM-Qualifikation – seien sie “in einem anderen Zustand” – primär besser aufeinander abgestimmt, das Finetuning im zwischenmenschlichen Bereich ist ausgeprägter.

Im September 2014 sei “etwas zu viel Fleisch auf dem Grill” gewesen, entsprechend schwer verdaulich war Petkovics Einstieg im Nationalteam. “Die Linie war damals noch nicht so klar.” Inzwischen ist der taktische Spielraum aller Beteiligten grösser.

Eine ähnliche Startphase darf sich die Schweiz in der Qualifikation zur WM-Endrunde 2018 in Russland nicht leisten; nur der Gruppensieger erhält das Ticket direkt, der Zweite muss sich in einer erfahrungsgemäss ungemütlichen Barrage durchsetzen. “Wir können uns nicht mehrere Fehltritte erlauben”, warnt Petkovic.

(SDA)


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