Mit Sexvideos erpresst

Ein Striptease kann teuer werden.
Ein Striptease kann teuer werden. © iStock
Im Kanton St.Gallen werden immer mehr Männer Opfer von sogenannter Sextortion. Attraktive Frauen suchen durch die sozialen Medien den Kontakt zu ihren Opfern. Vor laufender Kamera bringen sie die Männer dazu, sexuelle Handlungen vorzunehmen und erpressen sie anschliessend um tausende von Franken.

Zakrevsija Izolda spricht Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Englisch. Dazu sieht sie noch ziemlich gut aus. Pralle Brüste, knackiger Po und ein Gesicht, das sich sehen lässt.

Sextortion neu

Die Schein aber trügt. Hinter solchen Freundschaftsanfragen stecken oft fiese Verbrecher: “Wir haben im laufenden Jahr 16 Anzeigen von Männern erhalten, die mit Sexvideos erpresst wurden”, sagt Hanspeter Krüsi von der Kantonspolizei St.Gallen. Dabei gehen die Frauen immer gleich vor: “Sie suchen via Facebook den Kontakt zu den Männern und fordern sie dann auf, die Unterhaltung per Skype fortzuführen”, erklärt Krüsi. Vor der Webcam würden die Frauen sich ausziehen, sexuelle Handlungen an sich vornehmen und auch das Gegenüber dazu auffordern.

“Dabei werden die Männer unwissentlich gefilmt und mit diesen Bildern und Filmen erpresst.” Sie werden dazu aufgefordert, Beträge zwischen mehreren hundert und mehreren tausend Franken auf ein bestimmtes Konto zu überweisen. Tun sie das nicht, werden die Bilder an Angehörige oder Bekannte weitergeleitet.

Verbrecherbande aus Übersee

Die Kantonspolizei geht davon aus, dass hinter der Masche eine ganze Verbrecherbande steckt: “Es gelingt ihnen immer wieder, hohe Geldbeträge von den Opfern zu erpressen.” Diese würden dann auf ein Konto in Übersee überwiesen und das erschwere die polizeilichen Ermittlungen. Woher die Frauen stammen, sei Bestand der Ermittlungen, viel weise jedoch auf Osteuropäerinnen hin.

Genügend schützen

“Wir raten allen Facebook-Nutzern, nicht jede Freundschaftsanfrage anzunehmen”, ein Fake-Profil sei leicht erstellt, erklärt Krüsi. Es gebe Personen, die alle Anfragen annehmen, auch wenn sie die Person hinter dem Profil nicht kennen. Wer ausserdem digital erotische oder pornografische Bilder erstellt, hat nie die Kontrolle darüber. Die Polizei rät, sich deshalb niemals nackt einer anderen oder gar einer fremden Person vor der Kamera zu zeigen.

“Es soll niemandem peinlich sein, eine Anzeige bei der Polizei zu machen”, sagt Hanspeter Krüsi. Alle Opfer sollen Chatprotokolle, Videoaufnahmen und Angaben zum Absender sowie Username aufbewahren.

(red)


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