Ex-Mitarbeiter verklagen Tankstellenpächterin

Die Mobbing-Tankstelle in Romanshorn schreibt ein neues Kapitel: Weil sich die Pächterin und die Gewerkschaft Unia nicht einigen können, muss das Gericht über allfällige Entschädigungen befinden. Der Grossverteiler hat mittlerweile den Vertrag mit der Betreiberin gekündigt.

Die Romanshorner Coop-Pronto-Tankstelle hat in den vergangenen Monaten landesweit Schlagzeilen verursacht. Sie wurde als “Mobbing-Tankstelle” bekannt. Anfang März waren mehrere ehemalige Mitarbeiter sowie Mitglieder der Gewerkschaft Unia auf die Strasse gegangen, um gegen die unmenschlichen Arbeitsbedingungen zu protestieren. Die Vorwürfe waren happig: Von Psycho-Terror war die Rede. Die Tankstellenleitung soll die Angestellten regelmässig geschlagen und schikaniert haben. Ein Mitarbeiter musste sich in psychologische Betreuung begeben, weil er selbstmordgefährdet war.

Verhandlungen gescheitert

Unia und die Pächterin haben in den vergangenen Monaten zähe Verhandlungen geführt. Es ging unter anderem um eine Entschädigung für die Mobbing-Fälle. Wie Stefan Brülisauer, Sektionsleiter Unia Thurgau, TVO sagt, forderte die Gewerkschaft zwei Monatslöhne für die schikanierten Mitarbeiter. Zu einer Einigung kam es aber nicht. “Die Mobbing-Fälle sind bagatellisiert worden”, sagt Brülisauer.

“Würde Konkurs gehen”

Pächterin Edona Pirku gibt sich einsichtig. Sie gibt zu, dass etwa die Ruhezeiten nicht eingehalten wurden. “Ich habe Fehler gemacht”, sagt sie. Sie führt diese es auf ihre “Unwissenheit” zurück. Sie sei neu in der Branche, sie sei eine Quereinsteigerin. “Wenn ich eine Busse bekomme, werde ich dafür einstehen”, sagt sie.

Auf die Forderungen der Unia ist sie aber nicht eingegangen. Wie die Pächterin sagt, wäre dies für das Geschäft nicht tragbar gewesen. “Wir hätten gleich Konkurs anmelden können.”

Coop reagiert

Nun muss das Gericht entscheiden. Auf das Urteil der Richter wartet der Grossverteiler nicht. Er hat auf die Vorfälle reagiert und zieht bereits jetzt die Konsequenzen. Laut TVO löst Coop die Verträge mit der Pächterin auf Ende August auf.

(red)

 


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