Modekette Blackout steht zum Ausverkauf

Die Schweizer Modekette Blackout hat unter diesem Namen keine Zukunft. Doch möglichst viele Läden sollen einen Käufer finden.
Die Schweizer Modekette Blackout hat unter diesem Namen keine Zukunft. Doch möglichst viele Läden sollen einen Käufer finden. © Blackout
Die Schweizer Modekette Blackout mit 92 Filialen und rund 500 Mitarbeitenden steht vor dem Aus. Um Zeit für einen Teilausverkauf zu gewinnen, wurde dem Unternehmen eine Nachlassstundung bis 9. Mai gewährt.

Das Geschäftsjahr 2015 hat die Schweizer Modekette Blackout mit einem Verlust in Millionenhöhe abgeschlossen. Dadurch ist der Modehändler in einen Liquiditätsengpass geraten, der jetzt die weitere Existenz in Frage stellt.

Die Modekette könne nicht in der bisherigen Form weitergeführt werden, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Die Verantwortlichen wollen nun für einen Teil der Läden Käufer finden. “Gespräche mit Interessenten laufen bereits”, sagte eine Sprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Ein weiterer Teil der Läden müsse geschlossen werden.

Um Zeit für diesen Prozess zu gewinnen, hat das Unternehmen eine provisorische Nachlassstundung erwirkt, die am letzten Dienstag bewilligt worden war. Am Donnerstag haben Verwaltungsrat und Geschäftsleitung die rund 500 Mitarbeitenden orientiert.

Diese Gnadenfrist läuft nun bis 9. Mai. Während dieser Zeit sollen die Verkaufsverhandlungen abgeschlossen und “möglichst positive Lösungen für möglichst viele Mitarbeitenden” gefunden werden. Zudem seien durch die Nachlassstundung die Löhne sichergestellt und es sei gewährleistet, dass die Kündigungsfristen eingehalten werden können, so die Sprecherin.

Offen ist momentan, wie vielen Mitarbeitenden gekündigt werde und wie viele Filialen geschlossen werden. Einzelne Läden im Waadtland wurden bereits informiert, dass die Schliessung am 22. Februar anstehe.

Natalie Imboden von der Gewerkschaft Unia geht davon aus, dass “es ein grosser Teil sein wird.” Die Verunsicherung unter den Mitarbeitenden sei gross. Bereits seit Mitte Januar seien Pensen gekürzt worden. Zudem hat Blackout keine Gutscheine mehr verkauft.

Als Gründe für das Aus von Blackout führt das Unternehmen die Aufwertung des Frankens im Januar 2015 an. Zugesetzt habe dem Modehändler ein zunehmender Anteil von Kunden, die statt im Laden im Internet und die statt in der Schweiz im Ausland einkaufen.

Blackout ist 1990 aus dem Familienbetrieb Metzler Mode hervorgegangen, der 1963 im bernischen Oberaargau gegründet worden war.

(SDA)


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