Bayer will Monsanto übernehmen

"Nichts dran": Ein Monsanto-Manager dementiert, dass zwei deutsche Konzerne sich um eine Übernahme des US-Unternehmens bemühen. (Archivbild)
"Nichts dran": Ein Monsanto-Manager dementiert, dass zwei deutsche Konzerne sich um eine Übernahme des US-Unternehmens bemühen. (Archivbild) © KEYSTONE/AP/SETH PERLMAN
Der deutsche Chemieriese Bayer umwirbt den US-Saatgutriesen Monsanto. Dem US-Konzern liegt nach eigenen Angaben eine unverbindliche Übernahmeofferte vor. Das unerbetene Angebot ist demnach an Bedingungen geknüpft und wird nun vom Verwaltungsrat geprüft.

Details der Offerte nannte Monsanto am Donnerstag nicht. Monsanto wird an der Börse derzeit mit 42 Milliarden Dollar bewertet. Bayer bringt mehr als das Doppelte auf die Waage. Monsanto teilte weiter mit, dass sich das Unternehmen vor Abschluss der Prüfung durch den Verwaltungsrat nicht näher zur Offerte äussern werde.

Bayer bestätigte seinerseits vorläufige Gespräche über eine Übernahme des US-Konkurrenten. Wie ein Bayer-Sprecher am Donnerstagmorgen erklärte, hätten Vertreter von Bayer vor kurzem Mitglieder der Monsanto-Geschäftsführung getroffen, um vertraulich über eine einvernehmliche Übernahme von Monsanto zu sprechen.

Aus Sicht von Bayer würde ein Zusammenschluss den deutschen Konzern stärken und ein führendes integriertes Agrargeschäft schaffen, hiess es weiter. Bayer werde sich gegebenenfalls weiter äussern.

Noch am Mittwoch hatte Monsanto-Manager Brett Begemann Medienberichte über eine mögliche Übernahme durch die deutschen Rivalen Bayer oder BASF als “wilde Spekulationen” zurückgewiesen, “an denen nichts dran ist”.

Gerüchte über Gespräche hielten sich aber seit längerem. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte im März unter Berufung auf Insider berichtet, dass Monsanto und Bayer Gespräche führten, bei denen die Amerikaner Interesse am Bayer-Saatgutgeschäft geäussert hätten.

Monsanto selbst war im Sommer mit seinen Übernahmeavancen beim Schweizer Pflanzenschutzspezialisten Syngenta abgeblitzt. Das Basler Unternehmen wird nun für 43 Milliarden Dollar vom chinesischen Staatskonzern ChemChina geschluckt.

Nach Ankündigung der Fusion der US-Chemiekonzerne DuPont und Dow Chemical, die das Agrarchemiegeschäft als eigenständiges Unternehmen planen, steht Monsanto unter Druck, sich einen Partner zu suchen.

(SDA)


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