Morgen entscheidet sich, wer die Schweiz am ESC vertritt

Kaceo wollen an den ESC - koste es, was es wolle. Die schräge Combo hat dafür sogar liebgewonnene Kraftausdrücke aus ihrem Song gestrichen (Screenshot Homepage).
Kaceo wollen an den ESC - koste es, was es wolle. Die schräge Combo hat dafür sogar liebgewonnene Kraftausdrücke aus ihrem Song gestrichen (Screenshot Homepage). © Homepage Kaceo
Eine Bulgarin, die Conchita nachmacht? Ein Basler, der lieber singt als studiert? Oder eine schräge Genfer Combo, die ein paar Unreinheiten aus ihrem Songtext streichen musste? Morgen Samstag entscheidet sich, wer die Schweiz am Eurovision Song Contest vertritt.

Sechs Finalisten tragen je einen eigenen Song und eine Coverversion vor. Die Entscheidung trifft je zur Hälfte das Publikum und eine Jury. Wer siegt, vertritt die Schweiz im zweiten Halbfinale am 12. Mai 2016 in Stockholm und – so der Kandidat, die Kandidatin oder die Formation weiterkommt – am 14. Mai im Finale.

Die schrägsten im diesjährigen Vorentscheidsaufgebot sind Kaceo aus Genf. Ulk-Bands wie sie haben eine lange Tradition beim ESC und oft Aussenseiterchancen. Kaceos Eigenbeitrag heisst “Disque d’or”, covern tun sie den Oldie “Video Killed The Radio Star” von den Buggles. Laut eigenen Aussagen wollten sie ursprünglich die Nationalhymne auf Rätoromanisch vortragen, besannen sich aber eines Besseren.

Kaceo wurden nachnominiert, nachdem die ursprüngliche Finalistin Stéphanie Palazzo wegen eines Regelverstosses disqualifiziert werden musste. Allerdings war der Beitrag der Genfer auch nicht ganz regelkonform: Darin kam die Marke “Youporn” vor. Marken sind verboten: Ralph Siegel musste 2012 deshalb “Facebook” aus einem Beitrag streichen.

Auch “Jesus” haben die Genfer mittlerweile gestrichen. Wie man noch von der Heilsarmee-Band weiss, ist auch Religion nicht ESC-kompatibel. Vorsichtshalber haben Kaceo auf den Schweizer Vorentscheid hin auch noch ein paar weitere Vokabeln ersetzt – “cul” (Arsch) soll noch eine der anständigsten gewesen sein.

Einzige weitere Finalistin mit einem “Tolggen” im Reinheft ist die Bulgarin Bella C, bürgerlich Borislava Panosetti. Sie gibt ihr Alter auf ihrer Homepage als “etwa 27” an, soll aber 38 sein, wie “Blick” herausgefunden hat. Ihr “Another World” gemahnt sehr an Conchita Wursts Siegerbeitrag von 2014 – ähnlich Bond-Song-artig.

Die weiteren Finalisten sind der 19-jährige Basler Vincent Gross, der 21-jährige Luganese Theo, die kanadische Wahlschweizerin Rykka alias Christina Rieder aus Meilen ZH und Stanley Miller aus Richmond, Virginia, derzeit in Madrid residierend. Miller taktiert geschickt: Er hat sich eine Delegation des Zurich Gospel Choirs zur Verstärkung geholt.

(SDA)


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