Müslüm lässt sich nicht kaufen – erst recht nicht von der SVP

Das neue Gesicht der Schweizerischen Volkspartei? Angeblich wollte die SVP den türkisch-schweizerischen Performer Semih Yavsaner alias Müslüm vor ihren Karren spannen (Archiv).
Das neue Gesicht der Schweizerischen Volkspartei? Angeblich wollte die SVP den türkisch-schweizerischen Performer Semih Yavsaner alias Müslüm vor ihren Karren spannen (Archiv). © /KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE
Der Berner Komiker und Rapper Müslüm, bürgerlich Semih Yavsaner, bekommt laut eigenen Angaben jährlich Angebote für Werbeaufträge in sechsstelliger Höhe. Aber er lässt sich nicht kaufen. Im Ulk-Wahlvideo “Welcome to SVP” etwa wollte er nicht mitmachen.

Das Angebot von Fernsehen SRF, eine eigene Reihe “Müslüm Television” zu machen, hat er dagegen angenommen: Die erste Staffel sei abgedreht, erzählte der türkischstämmige Künstler im Interview mit “Bund” und “Tagesanzeiger”.

Allerdings habe er mit den Verantwortlichen heftige Grundsatzdiskussionen führen müssen – Gespräche, die “zum Teil unter Anwendung einer ziemlich primitiven Sprachkultur” stattfanden. “Es ist eskaliert”. Aber am Schluss habe er eine Form aushandeln können, hinter der er stehen könne.

Beim SVP-Song sei dergleichen aber nie zur Debatte gestanden: “Ich dachte zuerst, es sei ein Witz”, sagt die Kultfigur, die unter anderem mit einem Ulksong über den Berner SVP-Fraktionspräsidenten Erich Hess bekannt geworden ist. Dass die SVP ihn habe kaufen wollen, zeige “beispielhaft, dass gewisse Leute das Gefühl haben, alles erwerben zu können”.

Auch von der Getränkeindustrie hat Müslüm lukrative Werbeangebote erhalten. Doch lieber würde er sterben, als für diese Branche zu werben, sagt er. “Es sei denn, ich mache meinen eigenen Süpervitamin-Smoothie mit frischen Zutaten aus der Region”. Yavsaners Album “Süpervitamin” stand vor vier Jahren 28 Wochen in den Schweizer Charts.

(SDA)


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