Nach Jahren mit steigenden Mieten wird Wohnen nun wieder billiger

Die Zukunft könnte so aussehen. Das Angebot an Wohnungen steigt, die Nachfrage sinkt, und damit auch die Mieten. (Symbolbild)
Die Zukunft könnte so aussehen. Das Angebot an Wohnungen steigt, die Nachfrage sinkt, und damit auch die Mieten. (Symbolbild) © KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT
Mit den stetig steigenden Mieten ist es in diesem Jahr vorbei. Zumindest gemäss der Prognose der Immobilienberater von Wüest & Partner: Sie erwarten für das laufende Jahr einen durchschnittlichen Rückgang der Mieten um 0,3 Prozent. 2015 hatten die Mieten stagniert.

Grund für die sinkenden Mieten ist der gesättigte Markt. Wie das Beratungsunternehmen in seinem am Dienstag publizierten Immo-Monitoring schreibt, wurden in der jüngsten Zeit laufend neue Wohnungen gebaut.

Das baute den Nachfrageüberhang aus den vorhergehenden Jahren ab. Zudem befriedigt die Bautätigkeit auch die zusätzliche Nachfrage durch die Zuwanderung und den steigenden Flächenbedarf der einheimischen Bevölkerung.

Dadurch stieg das Angebot und die Preisanstiege in den meisten Gegenden flachten ab. Weil sich das Angebot in den ersten Monaten 2016 noch einmal ausdehnt, wird der Trend weiter anhalten. Hinzu kommt die erwartete rückläufige Einwanderung. Der Immobilienberater rechnet noch mit einem Wanderungssaldo von leicht unter 70’000 Personen.

In verschiedenen Regionen übertrifft der Wohnungsbau die Zusatznachfrage nach Mietwohnungen bereits. So ist dort im laufenden Jahr mit einer erhöhten Leerstandsquote zu rechnen. Besonders in Gemeinden ausserhalb der Zentren und Agglomerationen vergrössert sich die Auswahl für Wohnungssuchende.

Wer mieten will, könnte also bald billiger davonkommen. Das Gegenteil gilt für jene, die eine Wohnung kaufen wollen. Zwar war sich Wüest & Partner noch letzten Herbst sicher gewesen, dass auch Eigentumswohnungen im laufenden Jahr billiger würden. Diese Prognose mussten die Immobilienspezialisten drei Monate später korrigieren. Neu erwarten die Experten einen Preisanstieg von 0,4 Prozent.

Dass die Preise der Eigentumswohnungen weiter steigen, liegt zum einen an den professionellen Bauherren. Sie reagierten sehr schnell auf die sich abzeichnenden Vermarktungsschwierigkeiten und stoppten Projekte. Damit kamen weniger Eigentumswohnungen auf den Markt.

Gleichzeitig blieb jedoch die Nachfrage entgegen den Erwartungen hoch. Sie nahm sogar noch leicht zu, weil die Banken in der zweiten Jahreshälfte wieder tiefere Hypothekarzinsen angeboten hatten, nachdem sie sie zuvor nach der Verschärfung der Negativzinsen noch heraufgesetzt hatten.

(SDA)


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