Deutlicher Nein-Trend zu No Billag

Der Trend in Richtung Nein zur No-Billag-Initiative hat sich gemäss einer Umfrage noch verstärkt. Fast zwei Drittel der Befragten würden das Volksbegehren ablehnen.
Der Trend in Richtung Nein zur No-Billag-Initiative hat sich gemäss einer Umfrage noch verstärkt. Fast zwei Drittel der Befragten würden das Volksbegehren ablehnen. © Keystone/Manuel Lopez
Knapp zwei Wochen vor der Abstimmung vom 4. März besteht nach wie vor ein deutlicher Nein-Trend zur No-Billag-Initiative. Während sich bei einer Umfrage der Nein-Trend klar verstärkt hat, haben in der anderen Umfrage die Befürworter leicht zugelegt.

Aktuell würden 56 Prozent der teilnahmewilligen Bürgerinnen und Bürger bestimmt und weitere neun Prozent eher gegen die No-Billag-Initiative stimmen, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten zweiten SRG-Trendumfrage hervorgeht.

Damit hat sich die Ablehnung gegenüber der ersten vom Institut gfs.bern durchgeführten Umfrage um fünf Prozentpunkte auf 65 Prozent erhöht.

Gemäss der ebenfalls am Mittwoch veröffentlichten dritten Tamedia-Trendumfrage würden 58 Prozent Nein und zwei Prozent eher Nein stimmen. Das ergäbe eine Ablehnung von 60 Prozent. In der zweiten Tamedia-Umfrage hatte die Ablehnung noch bei 61 Prozent gelegen.

Auch in anderen Umfragen betrug die Ablehnung jeweils 60 Prozent oder mehr. Ausnahme bildete eine anfangs Jahr veröffentlichte Umfrage des Marktforschungsinstituts marketagent.com, die auf einen Nein-Anteil von lediglich 51,4 Prozent gekommen war.

Bestimmt oder eher dafür sprachen sich in der SRG-Trendumfrage 33 Prozent der Befragten aus, fünf Prozent weniger als in der ersten Umfrage. Lediglich zwei Prozent machten noch keine Angaben zum Abstimmungsverhalten.

In der Tamedia-Umfrage sprachen sich 37 Prozent für ein Ja und zwei Prozent eher für ein Ja aus. Damit hat das Pro-Lager mit insgesamt 39 Prozent gegenüber 38 Prozent in der letzten Befragung wieder leicht zugelegt.

Gemäss dem Institut gfs.Bern haben sich die Chancen für ein Nein erhöht. Denn wenn eine kritische Auseinandersetzung mit den Schwächen einer Initiative einmal eingesetzt habe, könne diese kritische Deutung auch tendenziell befürwortende Kreise erreichen. Das zeige auch die aktuelle Umfrage: Unter den Menschen, die eher Nein stimmen wollen, befänden sich 41 Prozent, die angegeben hätten, zuerst noch Sympathie für die Ja-Seite gehabt zu haben.

Der generelle Eindruck des Verlaufs der Meinungsbildung zum Nein sei ein Deutschschweizer Phänomen, heisst es in der Umfrage von gfs.bern. In der französischsprachigen Schweiz seien die Mehrheitsverhältnisse stabil und gegen die Vorlage gerichtet.

Im Kontrast dazu baue sich in der italienischsprachigen Schweiz derzeit die Sympathie für die Vorlage auf. Es sei denkbar, dass es dort dank Ja-Parolen von Lega und SVP zu einem Protestvotum komme, heisst es weiter.

In der Tamedia-Umfrage haben sich 70 Prozent der SVP-Sympathisanten für ein Ja oder eher für ein Ja ausgesprochen. Bei allen anderen Parteien lag die Zustimmung unter 35 Prozent.

Eine klare Sache scheint gemäss der SRG-Umfrage die Abstimmung über die Neue Finanzordnung 2021 zu werden. Wäre bereits am 11. Februar abgestimmt worden, hätten sich 74 Prozent der Teilnahmewilligen bestimmt oder eher dafür ausgesprochen.

Das waren ebenfalls fünf Prozentpunkte mehr als bei der ersten Trendumfrage. Lediglich stabile 16 Prozent seien bestimmt oder eher dagegen gewesen.

In der Tamedia-Umfrage haben sich 71 Prozent für oder eher für die Neue Finanzordnung 2021 ausgesprochen. Nein oder eher Nein sagten 19 Prozent. Zehn Prozent machten keine Angabe. Die Zustimmung zur Finanzordnung hat gemäss dieser Umfrage klar zugenommen. In der zweiten Welle der Befragung hatten sich erst 59 Prozent für ein Ja ausgesprochen.

Die zweite Welle der SRG-SSR-Trendbefragung zu den Volksabstimmungen vom 4. März war vom Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 7. und dem 14. Februar bei 1400 repräsentativ ausgewählten Stimmberechtigten durchgeführt worden.

Die Tamedia-Umfrage war am 15. Februar online zugänglich. Die Resultate stützen sich auf die Angaben von 17’164 Umfrage-Teilnehmenden.

(SDA)


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