Stillstand in St. Gallen, Nervosität in Sion

In Thun relativiert Sportchef Andres Gerber den mässigen Saisonstart
In Thun relativiert Sportchef Andres Gerber den mässigen Saisonstart © KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS
Thun bleibt gelassen. Nach dem Scheitern im Cup streben die Berner Oberländer beim formstarken FC Luzern ein positives Ergebnis an. Wesentlich unruhiger präsentiert sich die Lage in Sitten. In Thun haben sie auf das erste Cup-Out in der Startrunde seit 1996 besonnen reagiert.

Im seit dem Comeback in der Elite unter den Top 6 etablierten Kleinklub verliert vor dem Gastspiel beim zweitplatzierten FC Luzern niemand die Nerven. “Es gibt keinen Grund zur Sorge, die verjüngte Mannschaft hat Perspektiven, benötigt aber etwas Zeit. Eine Niederlage in Kriens ist zwar eine Enttäuschung, aber keine riesige Blamage”, relativiert Sportchef Andres Gerber den Aussetzer in der Innerschweiz.

“Geduld ist in Thun keine Floskel”, betont Gerber gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Thun, das mit vergleichsweise wenig Geld wirtschaftet und nahezu während jeder Sommerpause erhebliche personelle Umbauarbeiten zu vollziehen hat, müsse in jeder Saison Optimales leisten, um sich ausserhalb der Gefahrenzone zu positionieren. “Der Respekt vor der Aufgabe ist entsprechend gross.”

Im Letzigrund stehen sich zwei Klubs gegenüber, die mehr im Sinn hatten, als sich in der untere Tabellenregion zu bewegen: GC vs. Sion, das Duell jener, die schon (zu) viele frustrierende Erlebnisse angehäuft haben. Im Wallis verlor der Patron des Tabellenletzten früh die Geduld und setzte Trainer Didier Tholot am Tag vor der ersten Cup-Runde ab.

Der Zickzackkurs von Christian Constantin dürfte auch in dieser Saison anhalten, der negative Druck hemmt die Entwicklung weiterhin. In Zürich kommt es zu einer theatralischen Premiere. Erstmals wird sich der selbstherrliche Klubchef als Cheftrainer ad interim von Beginn weg auf die Spielerbank setzen. Spätestens nach dem nächsten Heimspiel gegen Vaduz soll das Team wieder von einem diplomierten Verantwortlichen gecoacht werden.

Über den Trainer wird im Campus der Hoppers zumindest extern nicht debattiert. Angesichts des qualitativ knapp bemessenen Kaders wird die schwierige Arbeit von Pierluigi Tami nicht zum Thema gemacht. Der Tessiner muss zeitnah aber den Abwärtstrend stoppen. Drei Tage nach der Europa-League-Lektion in Istanbul (0:3 gegen Fenerbahce) benötigt er mit dem taumelnden GC dringend Punkte zur Stabilisierung.

Mit dem medialen Spiel auf den Mann hat hingegen Joe Zinnbauer zu rechnen, sollte St. Gallen in Vaduz erneut im ähnlichen Stil wie im Cup gegen den viertklassigen FC Black Stars (3:2) auftreten. Die schlechteste Equipe der vergangenen Super-League-Rückrunde kommt unter dem Deutschen partout nicht auf Touren. Der Blick auf die Statistik wird die Laune der FCSG-Anhänger kaum anheben: Gegen die Auswahl aus dem Fürstentum resultierte auf höchster Ebene kein Sieg.

(SDA)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen