Netanjahu unterbindet Politiker-Besuche auf dem Tempelberg

Israelische Polizisten bewachen den Eingang zur Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt
Israelische Polizisten bewachen den Eingang zur Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt © /AP/MAHMOUD ILLEAN
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Polizei angewiesen, israelische Regierungsmitglieder und Parlamentarier am Betreten des Tempelbergs in Jerusalem zu hindern. Er erteilte die Order am Mittwoch bei einem Treffen mit den Sicherheitskräften.

Dies berichtete der israelische Rundfunk am Donnerstagmorgen. Die Stätte ist Juden wie Muslimen gleichermassen heilig. Netanjahu will offenbar die Wogen glätten, nachdem gewalttätige Auseinandersetzungen um den Tempelberg eine neue Terrorwelle gegen Israelis sowie Unruhen in den besetzten palästinensischen Gebieten ausgelöst hatten.

Die Zusammenstösse begannen zu Beginn des Vormonats, nachdem der rechtsgerichtete israelische Bauminister Uri Ariel demonstrativ das Plateau des Tempelbergs aufgesucht hatte. Eine ähnliche Visite des damaligen Oppositionsführers Ariel Scharon im September 2000 galt als Auslöser der zweiten Intifada (Volksaufstand) der Palästinenser.

Bei einem erneuten Messerangriff in Jerusalem, dem vierten seit Samstag, ist am Donnerstag ein Israeli schwer verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, konnte der Angreifer überwältigt und festgenommen werden. Bei ihm handle es sich um einen 16 Jahre alten Palästinenser aus dem nahegelegenen Flüchtlingslager Schuafat, sagte Polizeisprecherin Luba Samri.

“Ein arabischer Terrorist hat an einer Hauptverkehrsstrasse auf einen 25 Jahre alten Israeli eingestochen. Polizisten konnten ihn festnehmen”, sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld. Die Verletzungen des Opfers, eines ultraorthodoxen Juden, seien “schwerwiegend”, ergänzte er.

Der Angriff ereignete sich an der Strassenbahnhaltestelle nahe des Polizeihauptquartiers auf der Grenzlinie zwischen West- und Ost-Jerusalem. An dieser Stelle hatte es in den vergangenen zwölf Monaten mehrfach folgenschwere Angriffe mit Fahrzeugen gegeben, die von den Angreifern in Passantengruppen gesteuert wurden.

(SDA)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen