Neue Aktionäre bei der FC St.Gallen Event AG

Die Stimmberechigten an der GV der FC St.Gallen AG.
Die Stimmberechigten an der GV der FC St.Gallen AG. © Urs Bucher/Tagblatt
Dölf Früh und Pascal Kesseli haben ihre Anteile am FC St. Gallen abgeben. Das wurde an der Generalversammlung der FC St.Gallen AG bekannt. Michael Hüppi äusserte sich an der Versammlung kritisch. Einige Kleinaktionäre taten es ihm gleich.

Adrian Lemmenmeier/Tagblatt

Dölf Früh war an der 14. Ordentlichen Generalversammlung der FC St.Gallen AG zwar krankheitshalber abwesend, aber dennoch omnipräsent. «Danke Dölf Früh», sagte Präsident Hernandez mehrfach – und erntete Applaus von den Aktionären. Besonders eine Nachricht sorgte für Aufsehen: Ex-Präsident Früh hat seine Aktien abgetreten. In den letzten Monaten war er kritisiert worden, er wirke beim FC St.Gallen als Schattenpräsident weiter, weil er nach wie vor ein grosses Aktienpaket halte.

Der FC St.Gallen bleibt in Ostschweizer Händen

Früh ist bei der FC St.Gallen Event AG raus. Dafür sind neue Leute an Bord. Es sind dies Patrick Thoma von Thoma Immobilien (12,2 Prozent), Roland Gutjahr von der Ernst Fischer AG (12,2 Prozent), die Gebrüder Patric und Jérôme Müller von der Immobilienfirma Gemag (12,2 Prozent) und der ehemalige Vermögensverwalter Ernst Eisenhut (4,88 Prozent). Dazu hat Edgar Oehler sein Paket von 12,12 auf 24,39 Prozent aufgestockt. Auch Rolf Schubiger hält neu 9,76 statt 4,88 Prozent. Bei den restlichen Aktionären gab es keine Veränderung. «Jetzt herrscht eine gesunde, demokratische Verteilung», kommentierte Finanzchef Sascha Roth diese Wechsel. Der Club sei zu hundert Prozent in Ostschweizer Hand. Neu ist die Event AG mit 49,6 Prozent an der FC St.Gallen AG beteiligt. Zuvor waren es 41,35 Prozent.

Kritik an der Unternehmensführung

Dass die Aktien nun breiter gestreut sind, freute auch Michael Hüppi. Der ehemalige Präsident ist Anfang September aus dem Verwaltungsrat ausgetreten, nachdem Pascal Kesseli den Verein verlassen hatte. Hüppi bemängelte damals, im Verwaltungsrat seien keine kritischen Diskussionen möglich. Auch an der Generalverammlung übte Hüppi Kritik: Das neue Aktionariat müsse dafür sorgen, dass in der Unternehmensführung wieder «Checks and Balances» eingeführt würden. Zurzeit sind, abgesehen von Brigitte Mettler, alle Verwaltungsräte selbst Angestellte des Clubs – und kontrollieren sich folglich selbst. Mettler ist Präsidentin der Frauenabteilung des FC St.Gallen.

In dieselbe Kerbe schlugen einige Minderheitsaktionäre, die am Schluss der Versammlung das Wort ergriffen. «Wer kontrolliert die Geschäftsleitung, wenn die alle im Verwaltungsrat sitzen?», fragte ein Aktionär rhetorisch. Eine Aktionärin sagte, dieser Führung gehe es nur noch um Macht. Damit könne sie sich nicht identifizieren.

Leises Votum gegen Vanin

Die Unzufriedenheit der Aktionäre zeigte sich besonders bei der Wahl der Verwaltungsräte. Brigitta Mettler und Sascha Roth wurden nur mit einzelnen Gegenstimmen bestätigt. Anders Präsident Stefan Hernandez. Geschätzte dreissig Leute erhoben die Stimmkarten gegen ihn. Noch viele mehr waren es bei Ferruccio Vanin, Chef von Future Champs Ostschweiz.

Präsident Hernandez betonte immer wieder, dass es in einem Unternehmen manchmal Wechsel brauche. Mit der Besetzung des Verwaltungsrats aber sei auch er nicht glücklich: «Ich versichere, dass der Verwaltungsrat nicht so bleiben wird, wie er jetzt ist», sagte er.

Eine Sensation schliesslich betraf nicht den Sport: In einer Video-Botschaft verkündete der österreichische Schlager-Rocker Andreas Gabalier, dass er sich freue, wieder im Kybunpark aufzutreten. Das Konzert findet nächstes Jahr am 9. Juni statt.

Den genauen Ablauf der Generalversammlung im Liveticker zum Nachlesen:


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