Neue Genfer Syrien-Friedensgespräche frühestens in einigen Wochen

Jan Egeland (links) und Staffan de Mistura am Donnerstag in Genf.
Jan Egeland (links) und Staffan de Mistura am Donnerstag in Genf. © Keystone/MARTIAL TREZZINI
Die Friedensgespräche für Syrien in Genf werden nach UNO-Angaben frühestens in einigen Wochen wieder aufgenommen werden können. Innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen werde keine neue Gesprächsrunde beginnen, sagte der UNO-Sondergesandte Staffan de Mistura.

Vor weiteren Gesprächen seien Fortschritte bei der Waffenruhe und Hilfslieferungen nötig, sagte de Mistura am Donnerstag in Genf. Ende April war die dritte Runde der indirekten Genfer Gespräche zwischen Vertretern der Regierung Assad und der Opposition zu Ende gegangen. Entscheidende Annäherungen gab es bisher nicht. Weitgehend einig war man sich aber, dass eine Übergangsregierung gebildet werden sollte, die eine neue Verfassung vorbereiten solle.

Nach dem wöchentlichen Treffen der humanitären Arbeitsgruppe, die Hilfslieferungen in Syrien koordiniert, warnte de Mistura öffentlich, vielen syrischen Zivilisten drohe der Hungertod, wenn Regierungstruppen und Rebellen nicht den Zugang für Hilfskonvois erleichtern.

Der Leiter der Arbeitsgruppe, Jan Egeland, sagte, von den eine Million Menschen, die im Mai auf dem Landweg mit Hilfskonvois erreicht werden sollte, hätten nur 160’000 tatsächlich Hilfsgüter erhalten. Selbst in Gebieten, in denen die UNO die Zustimmung der Kampfparteien zur Lieferung von Hilfsgütern habe, habe es “unendliche Probleme” gegeben, sagte Egeland.

Die kurdisch-arabische Rebellenallianz ist in der syrischen Provinz Raka rückte am Donnerstag weiter gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) vor. Unterstützt von US-Spezialkräften nahmen die Syrischen Demokratischen Kräfte nach eigenen Angaben fünf Dörfer im Norden der IS-Hochburg Al-Rakka ein.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete derweil, die Opferzahl habe die Marke von 280’000 Toten überschritten. Seit Beginn des Krieges im März 2011 seien 282’283 Menschen getötet worden, teilte die oppositionsnahe Organisation mit. Dazu zählten 81’436 Zivilisten, darunter 14’040 Kinder.

(SDA)


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