Neue Internetplattform soll Spitalwahl erleichtern

Welches Spital eignet sich am besten für mich? Die neue Internetplattform spitalfinder.ch soll helfen, diese Frage individuell zu beantworten. (Symbolbild)
Welches Spital eignet sich am besten für mich? Die neue Internetplattform spitalfinder.ch soll helfen, diese Frage individuell zu beantworten. (Symbolbild) © KEYSTONE/LAURENT GILLIERON
Wer ins Spital muss, hat in der Schweiz die Qual der Wahl. Die neue Internetplattform spitalfinder.ch soll Patienten bei der Suche unterstützen. Bei der Benutzung des Programms ist jedoch Vorsicht geboten, da sonst Zusatzkosten anfallen könnten.

Die neue Onlineplattform hat der Krankenkassenverband santésuisse gemeinsam mit dem konsumentenforum kf entwickelt. Der Spitalfinder schaffe Transparenz und Qualität im Schweizer Spitalwesen, sagte Sandra Kobelt von santésuisse.

Eingeben kann der Patient im Spitalfinder das Krankheitsbild, den Spitaltyp und den gewünschten geografischen Umkreis. Anhand der persönlichen Eingabe wertet die Seite die Daten aus und vergleicht die Spitäler der Schweiz. Informationen wie unter anderem die Sterblichkeits- und Wundinfektionsrate, die Fallzahlen sowie die Patientenzufriedenheit werden präsentiert.

Ist die Patientenzufriedenheit über dem Durchschnitt, erscheint ein grüner Punkt, wenn sie darunterliegt, ein roter. Das könnte dazu führen, dass einige Spitäler im Vergleich schlecht dastehen und Patienten voreilige Schlüsse ziehen. “Die Patientenzufriedenheit in der Schweiz ist generell auf hohem Niveau”, relativiert Dorit Djelid von H+, dem Spitalverband der Schweiz, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Zudem hätten Auswertungen des Verbandes ergeben, dass Patienten in erster Linie auf die Empfehlung des Arztes vertrauen. “Ein Vergleich ist als Ergänzung sinnvoll, kann die Konsultation mit dem Arzt aber nicht ersetzten”, sagte Djelid. Auch santésuisse weist darauf hin, dass die Qualität eines Spitals nicht vollständig abgebildet werden kann.

Aufpassen müssen die Konsumenten, dass keine Zusatzkosten anfallen. Das Spital ihrer Wahl muss sich auf der Liste des Wohnkantons befinden. Ansonsten könnte es sein, dass die Kosten vom Kanton und der Versicherung nicht vollumfänglich gedeckt werden. Zudem ist die Wahl bei manchen Versicherungsmodellen eingeschränkt. Santésuisse empfiehlt deshalb, im Voraus Kontakt mit der Krankenversicherung aufzunehmen.

Die Daten bezieht santésuisse vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) und vom Nationalen Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken (ANQ). Die Informationen gibt es seit längerem und sind für Konsumenten schon jetzt abrufbar. “Die heute verfügbaren Informationen sind aber nicht verständlich dargestellt”, sagte Kobelt. Vorteile von spitalfinder.ch sei der direkte Vergleich und die geordnete Übersicht.

Den grössten Vorteil sieht Verena Nold, Direktorin von santésuisse, im Wettbewerb. Mehr Transparenz verstärke den Anreiz für die Spitäler, sich im Qualitätswettbewerb unter den Leistungserbringern erfolgreich zu behaupten, teilte Nold mit.

(SDA)


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