Neue Klage auf Unterlassung gegen Model Gina-Lisa Lohfink

Gina-Lisa Lohfink - hier nach ihrer Verurteilung wegen falscher Verdächtigung - soll nach dem Willen eines ehemaligen Sexualpartners künftig ihre Vergewaltigungsvorwürfe nicht mehr äussern dürfen. (Archivbild)
Gina-Lisa Lohfink - hier nach ihrer Verurteilung wegen falscher Verdächtigung - soll nach dem Willen eines ehemaligen Sexualpartners künftig ihre Vergewaltigungsvorwürfe nicht mehr äussern dürfen. (Archivbild) © KEYSTONE/EPA DPA/JOERG CARSTENSEN
Nach ihrer Verurteilung wegen falscher Verdächtigung droht Gina-Lisa Lohfink eine Unterlassungsklage durch einen der zwei Männer, die sie der Vergewaltigung bezichtigt hat. Sie soll ihre Vorwürfe künftig nicht mehr öffentlich äussern dürfen.

Sebastian C. liess durch seinen Rechtsanwalt Christian Gerlach Klage beim Landgericht Berlin einreichen, wie Gerlach am Freitag erklärte. Demnach soll das Model bis zu 250’000 Euro Ordnungsgeld zahlen, wenn sie weiterhin C. der Vergewaltigung und der Verabreichung von K.O.-Tropfen beschuldigt.

Gerlach erklärte, er habe die Klageschrift am Donnerstag beim Gericht eingeworfen. Er bestätigte damit einen Vorabbericht des Magazins «Der Spiegel» vom Freitag. Gerlach warf Lohfink vor, in den Medien Unwahrheiten über seinen Mandanten zu verbreiten. Gerlach will nun beantragen, dass Lohfink vom Gericht als Partei vernommen wird. «Dann wird sie sich endlich höchstpersönlich allen gerichtlichen Fragen stellen müssen», erklärte Gerlach.

Die 29-Jährige war Mitte August am Ende eines viel beachteten Prozesses vom Amtsgericht Berlin-Tiergarten zu einer Geldstrafe von 20’000 Euro verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Lohfink anders als behauptet, freiwillig eine Nacht mit C. und dessen Bekannten Pardis F. verbracht hatte. Während der Verhandlungen hatte die angeklagte Lohfink sich nicht persönlich vor Gericht äussern wollen.

Lohfinks Vergewaltigungsvorwürfe sowie die im Internet verbreiteten Handyvideos vom Geschlechtsakt waren Teil einer breiten öffentlichen Debatte über das deutsche Sexualstrafrecht. Dieses wurde zuletzt reformiert und nach dem Leitmotiv «Nein heisst Nein» verschärft.

(SDA)


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