Neue Nashorn-Zuchtkuh im Basler Zoo

Das Panzernashorn Saar hat im Zoo Basel eine neue Heimat gefunden. Auf der Reise von den Niederlanden nach Basel hat es sein Horn verloren.
Das Panzernashorn Saar hat im Zoo Basel eine neue Heimat gefunden. Auf der Reise von den Niederlanden nach Basel hat es sein Horn verloren. © Bild: Zoo Basel (Torben Weber)
Der Basler Zoo ist bekannt für seine erfolgreiche Panzernashorn-Zucht: 34 Tiere kamen seit 1956 in Basel auf die Welt. Diese Geschichte soll mit einem 16-jährigen Weibchen aus dem niederländischen Zoo Amersfoort weitergeführt werden.

Die Nashorn-Kuh Saar ist Ende März von den Niederlanden in einer grossen Kiste nach Basel gebracht worden. Auf der Reise fiel das Horn ab, das aber nachwächst, wie Kuratorin Friederike von Houwald am Mittwoch vor den Medien sagte.

Die Übernahme von Saar sei zeitlich ideal, weil die Basler Tierärzte die kranke Kuh Ellora im Alter von 34 Jahren einschläfern mussten. Saar ergänzt die Nashorn-Familie bestehend aus der Kuh Quetta und dem Bullen Jaffna.

Saar zog im Jahre 2011 erfolgreich ein weibliches Jungtier auf. Danach wurde sie laut von Houwald mehrmals gedeckt, aber nicht mehr trächtig. Es habe sich herausgestellt, dass der Bulle im niederländischen Zoo nicht sehr fruchtbar war.

In Basel wartet ein zuchtfähiger Bulle auf Saar. Quetta ist nämlich trächtig. Die ersten Kontakte zwischen den beiden Weibchen seien ausgesprochen freundlich verlaufen, sagte von Houwald weiter. Mit dem Bullen soll Saar erst zusammenkommen, wenn sie die Anlage sehr gut kennt.

Saar ist erst die zweite Panzernashorn-Zuchtkuh, die der Zoo Basel importiert. Letztmals war dies im Jahre 1952 der Fall, als Joymothi in den “Zolli” kam.

Sie gebar im September 1956 das weltweit erste zoogeborene Panzernashorn. Das Junge, ein Männchen namens Rudra, wurde ein Publikumsliebling. Die letzten beiden Jungtiere aus der Basler Familie wurden im Herbst 2015 in einen Zoo in Frankreich exportiert.

Die Wilderei sei schlimmer denn je, sagte von Houwald. In Afrika gebe es derzeit nicht mehr genug Jungtiere, welche die erlegten Artgenossen ersetzen können.

Nicht mehr Vertreter der chinesischen Medizin seien die Hauptnehmer. Vielmehr gelte das Horn der Panzernashörner in mehreren Staaten als Statussymbol, das ins “Regal” gelegt werde. Auch werde das Horn immer öfter als “Partybecher” benutzt.

Ebenfalls am Mittwoch wurde den Medien das Schimpansenbaby Nkombe präsentiert. Es kam am 6. April auf die Welt. Für die Zooverantwortlichen war dies eine Überraschung. Niemand hatte bemerkt, dass die Mutter trächtig war. Es ist ihr zweites Kind; das erste starb allerdings nach vier Monaten.

(SDA)


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