«Nicht der Wolf, die Menschen müssen weg»

Sieht harmlos aus, reisst aber immer wieder Schafe: der Wolf. (Archiv)
Sieht harmlos aus, reisst aber immer wieder Schafe: der Wolf. (Archiv) © TAGBLATT/Benjamin Manser
In den letzten Tagen hat ein Wolf in Oberuzwil und Wienacht-Tobel insgesamt drei Schafe gerissen. Das Thema polarisiert. «Der Wolf ist ein Lebewesen wie du und ich», finden einige. «Weg mit dem Mistvieh», denken andere. 

Sollen Wölfe abgeschossen werden, oder haben sie wie jedes andere Tier das Recht, geschützt zu werden? Wie aus einer Meldung des Kantons St.Gallen hervorgeht, hat ein Wolf in Oberuzwil ein Schaf gerissen. Auch heute Mittwoch erreichte uns eine Mitteilung des Kantons Appenzell Ausserrhoden: Offenbar hat ein Wolf auch in Wienacht-Tobel zwei Schafe getötet. Noch ist nicht bekannt, ob es sich um denselben Wolf handelt und ob er aus dem Calanda-Rudel stammt.

«Weg mit dem Mistvieh»

Auf Facebook wird die Thematik derzeit rege diskutiert. «Ein Elektrozaun würde Abhilfe schaffen», findet User Hans-David. Kathrin hat eine radikale Meinung: «Weg mit dem Mistvieh», kommentiert sie unter dem Post. Auch Heinz möchte nichts vom Rudel wissen: «Den Wolf sollte man in der Schweiz ausrotten, den kann man nicht brauchen.»

«Wolf macht nichts Abnormales»

Andere zeigen gegenüber dem Wolf mehr Gnade. «Der Wolf hat halt auch Hunger», schreibt Marco. «Nur kann er nicht beim Metzger, bei der Migros oder beim Coop einkaufen wie wir», ergänzt Sabine. Sie wohne selber in Oberuzwil und habe überhaupt keine Angst vor dem Tier. Nela findet, in der Schweiz gäbe es deutlich gravierendere Probleme zu bekämpfen. «Der Wolf lebt seinen natürlichen Gang durch das Leben, und macht in diesem Sinn nichts Abnormales.»

«Obergescheite Sesselfurzer» wollten den Wolf

«Die Einzigen, die den Wolf wollen, sind diejenigen, die nicht mit den Konsequenzen leben müssen, wenn er Tiere reisst», denkt Nutzerin Priska. «Obergescheite Sesselfurzer» seien nicht in der Lage, die Misere der Bauern abzuschätzen. «Ich habe kein Mitleid mit dem Bauer, jeder hat die Möglichkeit, seine Tiere zu schützen», kontert Marco. Der Wolf gehöre genauso in die Schweiz wie jeder andere auch, der im Land lebe. «Wem das nicht passt, kann ja gehen.» Sabine ist der gleichen Meinung: «Nicht der Wolf, sondern die Menschen, die nicht mit dem Wildtier umgehen können, müssen weg.»

Hier der Bericht von TVO:

(lag)


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