Nicht Köppel hat Somaruga vertrieben

BBundesrätin Simonetta Sommaruga sprach am Dienstag im Nationalrat, nach Roger Köppels Votum verliess sie den Saal.
BBundesrätin Simonetta Sommaruga sprach am Dienstag im Nationalrat, nach Roger Köppels Votum verliess sie den Saal. © Bundesraetin Simonetta Sommaruga spricht in der Sondersession im Nationalrat, am Dienstag, 26. April 2016, in Bern. KEYSTONE/ Peter Schneider
Eklat bei der Sondersession zur Personenfreizügigkeit mit Kroatien: Bundesrätin Simonetta Sommaruga verliess den Nationalratssaal nach einer Rede von SVP-Nationalrat Roger Köppel. Doch offenbar war die Justizministerin gar nicht verärgert, sie musste einfach nur auf die Toilette!

Der kleine Skandal war beruht offenbar auf einem grossen Missverständnis, wie Nationalratspräsidentin Christa Markwalder gegenüber dem TV-Sender Tele Züri sagt: “Simonetta Sommaruga musste auf WC”. Das sei ihr gutes Recht.

Nationalratspräsidentin Christa Markwalder läutet die Glocke.

Nationalratspräsidentin Christa Markwalder läutet die Glocke. ©KEYSTONE/Peter Klaunzer

Allerdings hatte Roger Köppel es Sommaruga Übel genommen, dass sie den Saal kurz nach seiner Rede verlassen hatte. In der Weltwoche schrieb er gar von”sich vor der Kritik davonschleichen”. In seiner Rede hatte er von “frivoler Leichtigkeit” der Bundesrätin gesprochen,  sich über die Verfassung hinwegzusetzen.

Sommaruga hat sich bis anhin nicht darüber geäussert. Es wäre wohl auch zum ersten Mal, dass sich eine Bundesrätin oder ein Bundesrat für einen Gang auf die Toilette rechtfertigen müsste. Ihr Harndrang war aber irgendwie auch ansteckend: Auffallend viele Mitglieder der SP-Fraktion stürmten nach ihr aus dem Saal. Vielleicht hatten auch diese das Verschwinden der Bundesrätin falsch interpretiert?

(agm)


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