Ein Favorit und zwei weitere Kandidaten steigen ins Bundesratsrennen ein

Der Nidwaldner Regierungsrat Res Schmid wird von der SVP Nidwalden als Bundesratskandidat vorgeschlagen. (Archivbild)
Der Nidwaldner Regierungsrat Res Schmid wird von der SVP Nidwalden als Bundesratskandidat vorgeschlagen. (Archivbild) © KEYSTONE/URS FLUEELER
Mit dem Bündner SVP-Nationalrat Heinz Brand steigt einer der Topfavoriten ins Rennen um den Bundesratssitz ein. Der kantonale Parteivorstand hat den 60-Jährigen am Donnerstag offiziell nominiert. Auch Thomas Aeschi (ZG) und Res Schmid (NW) sind Kandidaten.

Die drei neuen Kandidaten werden nun wie alle bereits bekannten Namen von der SVP-Findungskommission geprüft. Am kommenden Montag gibt der SVP-Fraktionsvorstand seine Empfehlungen ab. Am 20. November nominiert die SVP-Bundeshausfraktion offiziell ihren oder ihre Kandidaten.

Brand gilt als Kronfavorit auf den Posten der abtretenden BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf – auch wegen seiner umgänglichen Art. Bekannt ist er als Migrationsexperte, der auf Parteilinie politisiert. Just in jüngerer Zeit fiel er aber mit extremen Positionen auf.

Brand sei ein äusserst kompetenter Kandidat mit grossen Sachkenntnissen in vielen Politbereichen, teilte die SVP Graubünden am Donnerstag mit. Im Nationalrat gelte er als Spezialist für den Ausländer-, Asyl- und Migrationsbereich.

Neben der Migration ist das Gesundheitswesen Brands zweites Schwerpunktgebiet. Seit Anfang Jahr ist er Präsident von santésuisse, dem Branchenverband der Krankenversicherer.

Brand leitete bis zu seiner Wahl in den Nationalrat im Jahr 2011 die Bündner Fremdenpolizei 24 Jahre lang. Vergangenen Oktober wurde er mit einem Spitzenresultat wiedergewählt. Seit 2012 führt er zudem die SVP Graubünden. Der Vater einer erwachsenen Tochter spricht alle drei grossen Landessprachen.

Der Zuger Nationalrat Thomas Aeschi will Bundesrat werden. Der erst 36-jährige Unternehmensberater ist Präsident der kantonalen SVP und gibt sich bewusst dynamisch und weltoffen.

Bei den Wahlen im Oktober holte Aeschi von allen Zuger Kandidierenden mit Abstand die meisten Stimmen. Die Parteileitung sieht ihn als ideale Ergänzung zum amtierenden SVP-Bundesrat Ueli Maurer. So sei auch die jüngere Generation gut im Bundesrat vertreten, schreibt die Parteileitung in einer Mitteilung.

Aeschi sitzt seit 2011 für die SVP im Nationalrat. Er ist Mitglied der Kommission für Wirtschaft und Abgaben und Mitglied der EFTA/EU-Delegation. Beruflich arbeitet er als Berater für eine internationale Beratungsfirma. Er studierte Wirtschaft an der Hochschule St. Gallen. Aeschi ist ledig.

Am Donnerstagvormittag kündigte bereits ein anderer Zentralschweizer Kanton eine Kandidatur an: Ein Ausschuss der Nidwaldner SVP beschloss, den 57-jährigen Res Schmid zuhanden der Findungskommission vorzuschlagen, wie die Partei mitteilte.

Schmid politisiert auf der Parteilinie. Im Ton ist der gebürtige Berner aber konziliant. National ist der frühere Militärtestpilot wenig bekannt. Schmid wäre der erste Bundesrat aus Nidwalden. Bereits vor vier Jahren war er als Kandidat im Gespräch.

Schmid ist seit 2010 Nidwaldner Regierungsrat und steht der Bildungsdirektion vor. National ins Rampenlicht trat er im Sprachenstreit. Er plädierte dafür, den Französischunterricht von der Primar- auf die Sekundarstufe zu verschieben und dort zu intensivieren.

(SDA)


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