Niederlande wird bei Türkei wegen Beleidigungs-Hotline vorstellig

Türken in den Niederlanden wurden von ihrem Konsulat dazu aufgefordert, Beleidigungen an die Adresse des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu melden. Alles nur ein Missverständnis, hiess es später.
Türken in den Niederlanden wurden von ihrem Konsulat dazu aufgefordert, Beleidigungen an die Adresse des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu melden. Alles nur ein Missverständnis, hiess es später. © KEYSTONE/AP/BURHAN OZBILICI
Ein Aufruf des türkischen Konsulats sorgt in den Niederlanden für Unmut. Die niederländische Regierung verlangt Aufklärung darüber, warum Türken in den Niederlanden beleidigende Äusserungen über die türkische Führung melden sollen.

Ministerpräsident Mark Rutte sagte am Donnerstag in Eindhoven, ihm sei “nicht klar, welches Ziel die türkische Regierung mit diesem Vorgehen verfolgt”. Der niederländische Botschafter in Ankara werde weitere Informationen erbitten. “Ich bin überrascht”, fügte Rutte hinzu.

Zuvor hatten niederländische Zeitungen über eine Email des türkischen Konsulats in Rotterdam an türkische Gruppierungen in den Niederlanden berichtet. Darin habe das Konsulat die im Lande lebenden Türken aufgerufen, Beleidigungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan etwa in sozialen Netzwerken an das Konsulat zu melden.

Das türkische Konsulat erklärte dann im Laufe des Tages, der Aufruf stamme von einem Mitarbeiter, der mit einer “unglücklichen Wortwahl” Anlass für Missverständnisse gegeben habe.

Erdogan geht derzeit juristisch gegen den deutschen TV-Moderator Jan Böhmermann vor. Der Präsident fühlt sich durch eine Satire Böhmermanns beleidigt.

(SDA)


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